Aktualisiertes Einzelhandelsgutachten im Planungsausschuss

Bad Wildungen geht wichtigen Schritt in Richtung Herkules-Umzug

Die Tage der Molkerei-Ruine an der Itzel (links) könnten bald gezählt sein. Der Planungsausschuss fällte einen wegweisenden Beschluss.
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Die Tage der Molkerei-Ruine an der Itzel (links) könnten bald gezählt sein. Der Planungsausschuss fällte einen wegweisenden Beschluss.

Sechs Ja-Stimmen bei drei Enthaltungen: Mit diesem Ergebnis spricht sich der Planungsausschuss im Grundsatz dafür aus, dem Herkules-Markt einen Umzug zu ermöglichen.

Bad Wildungen – Seit Jahren will Edeka den Markt von der Odershäuser Straße aufs alte Molkereigelände an der Itzel verlegen. Der Beschluss des Fachgremiums geht als Empfehlung nun in die Stadtverordnetenversammlung, der das letzte Wort obliegt.Grundlage der Empfehlung ist das weiterentwickelte Einzelhandelsgutachten. Ein Hamburger Büro legte es in der jüngsten Sitzung des Planungsausschusses vor, wie Bürgermeister Ralf Gutheil und Gremiumsvorsitzender Helmut Simshäuser übereinstimmend berichten.

Selbst wenn sich das Stadtparlament dem Votum des Planungsausschusses schon in einer der nächsten Sitzungen anschlösse, würde aber noch einiges an Zeit vergehen, bis der Weg für den Umzug endgültig frei wäre. Die Arbeit steckt im Detail, denn die Stadtverordneten müssen laut Gutachten die umstrittene „Wildunger Liste“ neu sortieren. Sie legt fest, was an der Itzel verkauft werden darf und was nicht, um die Geschäfte im Stadtzentrum zu schützen: zwischen Stadtklinik und Intersport entlang Allee und Brunnenstraße sowie entlang der Reinhardshäuser Hauptstraße. Den aktuell geltenden Itzel-Bebauungsplan muss das Parlament danach auch noch entsprechend ändern. Schlussendlich entscheiden die Herkules-Verantwortlichen in der Folge, ob sich unter den geänderten Rahmenbedingungen der Umzug tatsächlich lohnt.

Betroffen: die Grundstücke Aldi, Lidl, Logo, dm und alte Molkerei

Sandra Emmerling vom Büro Dr. Lademann & Partner präsentierte im Ausschuss die wesentlichen Änderungen im Vergleich zum alten Einzelhandelsgutachten. Erster Punkt bezüglich der Itzel: Der Geltungsbereich umfasst allein die Grundstücke von Lidl, Aldi, logo, dm und alter Molkerei. „Für diesen gesamten Bereich sollen künftig Nahrung, Genussmittel, Gastronomie, Reformwaren, Drogeriebedarf, Zeitungen und Zeitschriften, pharmzeutischer Bedarf und Schnittblumen erlaubt sein“, erklärt der Bürgermeister. Als „nahversorgungsrelevante“ Waren bezeichnet das Gutachten sie.

Ebenfalls dort gestattet bleibt ein „nicht-zentrenrelevantes“ Sortiment wie Möbel, Küchen, Campingbedarf, Wohntextilien, Kfz-Zubehör, Bau- und Heimwerkerbedarf, Gartenbedarf, Pflanzen, Tiernahrung und -bedarf, Lampen, Leuchten, sonstige Elektroartikel, weiße Ware und Haushaltselektronik, Fahrräder und Zubehör, Sport- und Freizeitgroßgeräte.

Tabu an der Itzel sind „zentrenrelevante Sortimente“

Tabu sind dagegen alle übrigen Sortimente, „zentrenrelevant“ genannt. Einige Beispiele: Spielwaren, Hobbyartikel, Bücher, Kleidung, Schuhe, Parfümerie, Papier- und Schreibwaren, Unterhaltungselektronik oder Antiquitäten. All das darf an der Itzel nicht angeboten werden, damit Geschäfte mit vergleichbarer Ware in der Innenstadt nicht in ihrer Existenz bedroht sind.

Allerdings kennt die Regel Ausnahmen, erläutert Helmut Simshäuser: „Als Randsortimente im Rahmen etwa eines Lebensmittelmarktes sollen diese Waren auf sehr begrenzter Verkaufsfläche gestattet sein.“ Wie klein diese Verkaufsflächen für Randsortimente ausfallen, legen die Stadtverordneten im geänderten Bebauungsplan fest; Diskussionsstoff für die weiteren Beratungen der Politik. (Matthias Schuldt)

Der Streit um den Herkules-Umzug schwelte seit Jahren.

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