Hammer-Attacken vom September vor Gericht

Bad Wildungen: Mörderische Angriffe wegen 50-Euro-Schuld

Bad Wildungen. Wegen zweifachen Mordversuchs steht ein 25-jähriger Deutscher seit Montag vor dem Kasseler Landgericht.

Laut Anklage attackierte der Mann am Abend des 30. September „aus niederen Beweggründen“ einen 29-jährigen Deutschen mit Beil und Hammer in dessen Wohnung in der Wildunger Gemeindestraße. Er wollte 50 Euro Schulden eintreiben.

Weil sein Schuldner nicht öffnete, zerschlug er den Glaseinsatz der Wohnungstür, um hinein zu gelangen. Dort entwickelte sich eine schwere Rangelei durch alle Räume. Der Angeklagte verlor das Beil im Bad und ging kurz zu Boden. Sein Gegner floh zurück in den Flur.

Dort schritt eine 48 Jahre alte Nachbarin aus dem Haus ein, alarmiert durch Hilferufe des Angegriffenen und den Lärm. Die groß gewachsene Mutter eines Sohnes stellte sich vor ihren Nachbarn, der von kleinerer Statur ist, und redete auf den Angreifer ein. Doch statt zu gehen, wie verlangt, schlug der Mann mit dem Hammer auf die Frau ein.

Diesen Gewaltausbruch wertet die Staatsanwaltschaft als zweiten Mordversuch, weil der Angeklagte die Zeugin aus dem Weg habe räumen wollen, um seinen Kontrahenten weiter zu traktieren. Im Streit habe der Angeklagte Sätze wie „Hurensohn verrecke, du zahlst das Geld“ geschrien.

Die Hammerhiebe verletzten die Frau schwer, bevor sie sich mit ihrem 29-jährigen Nachbarn gemeinsam in dessen Wohnzimmer verschanzen und die Tür zu halten konnte. Der Angreifer floh, als weitere Nachbarn riefen, die Polizei sei informiert.

Der 25-Jährige hatte nach eigenen Angaben zweieinhalb Flaschen Wein und eine Ecstasy-Pille intus. Das Gericht verwies darauf, alternativ zum Mordvorwurf komme eine Verurteilung wegen versuchten Totschlags und gefährlicher Körperverletzung in Betracht. Der Prozess wird am Mittwoch fortgesetzt.  

Rubriklistenbild: © Uli Deck/dpa

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