Konstant 900 Mitglieder im VfL, aber hohe Fluktuation

Bad Wildungen: Sportverein zunehmend in der Rolle als Dienstleister

Ehrungen beim VfL: Bernd Zimmermann, Karl-Otto Scheurer, Hildegard Schlömp, VfL-Vorsitzender Wolfgang Nawrotzki, Sportorganisatorin Petra Diederich und Geschäftsführer Wolfgang Ochs. Foto: Werner Senzel

Bad Wildungen – Dem Sportverein VfL gehören seit Jahren, entgegen dem allgemeinen Trend, konstant annähernd 900 Mitglieder an.

Dennoch sei eine hohe Fluktuation zu verzeichnen, erläuterte Vorsitzender Wolfgang Nawrotzki in der Jahreshauptversammlun im Vereinsheim, der Ense-Lounge.

Die meisten Mitglieder sähen im Verein einen Dienstleister und kündigten, sobald aus ihrer Sicht kein unmittelbarer Nutzen aus der Mitgliedschaft mehr gegeben sei.

Umso erfreulicher wertete der Vorsitzende den Eintritt von 86 Jugendlichen in 2018. Der VfL bleibe ein agiler, junger Verein. Nahezu 50 Prozent der Mitglieder seien Kinder und Jugendliche.

In den einzelnen Sportabteilungen werde Dank zahlreicher Trainern, Übungsleiter, Betreuern, Schiedsrichtern, Sekretäre, Fahrer, Helfer, Eltern, Fans und Abteilungsleiter, die sich ehrenamtlich in ihrer Freizeit engagierten, hervorragende Arbeit geleistet.

Wirtschaftlich sei der VfL kerngesund. Der Mitgliedsbeitrag – monatlich 3,50 Euro für Jugendliche und 6 Euro für Erwachsene – musste seit 2008 nicht erhöht werden. Geschäftsführer Wolfgang Ochs teilte mit, dass auch im abgelaufenen Jahr die Einnahmen höher als die Ausgaben waren, „das wäre allerdings ohne Fördermittel, Zuschüsse und Sponsorengelder nicht möglich gewesen“. Auch die Haushaltsplanung für das Jahr 2019 sehe mindestens ein ausgeglichenes Ergebnis vor. Nawrotzki, betonte, dass alle finanziellen Wünsche der Abteilungen großzügig bedacht wurden und besonders gerne Aus- und Weiterbildung gefördert wurde.

Der wiedergewählte Vorstand wünscht sich Entlastung und Ablösung durch jüngere Mitglieder, die gern als Hospitanten nach und nach Aufgaben übernehmen können. Ähnlich wie in anderen Vereinen bewegen auch den VfL Nachwuchssorgen. Ochs: „Aber nicht nur deswegen sucht der Vorstand nach Möglichkeiten zur Sicherung und Fortentwicklung des Vereins.“ Der Vorstand könne sich intensivere Kooperationen und die gemeinsame Entwicklung neuer Sportangebote mit anderen Vereinen vorstellen. Vom Sportkreis wird die Einrichtung von Servicebüros empfohlen, welche Verwaltungsarbeiten für mehrere Vereine übernehmen könnten.

Aktuell nimmt der VfL ein Beratungsangebot vom Landessportbund in Anspruch. Im Programm „Starker Sport – starker Verein“ wurde der VfL als einer der wenigen Projektvereine ausgewählt. Ziel ist es, den Verein attraktiver und zukunftssicherer auszurichten. Um weitere Angebote entwickeln zu können, hat sich der Vorstand intensiv um Unterstützung durch den Sportkreis Waldeck-Frankenberg bemüht. Leider musste diese Projektidee zurückgestellt werden, weil zur zeit die Kapazitäten des Sportkreises offensichtlich nicht ausreichten. 

Zwei neue Ehrenmitglieder im VfL Bad Wildungen

Für 20 Jahre Mitgliedschaft im VfL wurden mit der silbernen Vereinsnadel geehrt: Hildegard Schlömp und Elfi Betz. Bernd Zimmermann ist seit 50 Jahren Vereinsmitglied, Karl-Otto Scheurer seit 60 Jahren. Beide wurden zu Ehrenmitgliedern ernannt. Sie erinnerten sich dabei an ihre Zeit als VfL-Fußballer bei Trainer „Fritze“ Quagt. Zimmermann begann dann im Alter von 18 Jahren auch noch Handball zu spielen. „An den Wochenenden ging es dann in beiden Sportarten um Punkte.“ Zimmermann entschied sich dann für Spiele in der Handball-Liga. Scheurer begeisterte sich für Tischtennis und übte diesen Sport noch bis ins hohe Alter aus

Von Werner Senzel

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