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Nach schwerem Unfall: Dreibeiniger Hund Hope sucht neues Zuhause

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Von: Julia Janzen

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Ein junger dreibeiniger Hund mit Pflastern nach Operationen
Nach der Operation: Pflaster bedecken die OP-Narben der Hündin. © Privat

Die Vorsitzende des Wildunger Tierschutzvereins ist zufällig vor Ort, als Hündin Hope einen schweren Unfall erleidet. Sie schwor sich, ihr zu helfen.

Bad Wildungen – Fröhlich hopst Hope mit den anderen Hunden über den Hof, schnuppert neugierig an Besuchern und lässt sich gern kraulen. Dass die Geschichte von Hope so gut ausgehen würde, darauf hatte Karin Podbiol kaum zu hoffen gewagt. „Sie hat sich gut eingewöhnt. Man merkt ihr an, wie dankbar sie ist“, sagt Karin Podbiol. Allerdings: Ans Wetter muss sich die dreibeinige Hündin noch gewöhnen, sie habe keine Unterwolle und friere. Einen kleinen Pulli hat sie deshalb schon bekommen.

Die Temperaturen, die Hope bisher gewohnt war, liegen deutlich über denen in Deutschland. Auf der thailändischen Insel Ko Samui lebte das Tier – allerdings wohl ohne Herrchen oder Frauchen, vermutet Karin Podbiol. In Thailand gebe es viele Straßenhunde, ein Halsband habe die Hündin nicht gehabt.

Nach Unfall in Thailand: Hündin Hope wird schwer verletzt

Mit ihrer ganzen Familie machte die Bad Wildungerin Anfang des Jahres Urlaub in Thailand, sie machten eine Rundreise. „Im Süden Ko Samuis machten wir am Hafen eine Pause, aßen ein Eis und beobachteten einen Hund, der von anderen gejagt wurde und ins Meer lief“, erzählt Podbiol. Das war Hope. Als die anderen Hunde abließen, flitzte der Hund an den Besuchern aus Deutschland vorbei „Dann quietschten plötzlich Autoreifen und wir hörten einen fürchterlichen Schrei“, sagt die Vorsitzende des Wildunger Tierschutzvereins.

„Da haben wir schon geahnt, was passiert ist.“ Hope war angefahren worden. Der Autofahrer sei einfach weitergefahren, sagt Podbiol. Schwer verletzt lag das Tier mitten auf der Straße, Podbiol vertrieb andere Hunde, um die Hündin zu schützen, während ihr Lebensgefährte dafür sorgte, dass die Autos sie nicht überfuhren.

Eine junge Frau mit einem dreibeinigen Hund
Wieder fit: Hündin Hope mit Karin Podbiol. © Julia Janzen

Vorsitzende des Bad Wildunger Tierschutzvereins will Hündin helfen

Als sie den Hund an den Straßenrand retten konnten, fanden sich schnell ein paar weitere Touristen, Franzosen mit einem Pick-up, die Karin Podbiol und den Hund zu einem nahen Tierheim fahren wollten. Die Wildunger selbst waren mit Rollern unterwegs. Das Heim sei bereits geschlossen gewesen, doch die Helfer suchten gleich übers Handy nach einem Tierarzt. Schnell wurden sie fündig.

Der Veterinär half, so gut es ging, bandagierte das Vorderbein und gab Schmerzmittel, doch er habe kein Röntgengerät gehabt. Zusammen mit dem zufälligerweise deutschen Leiter eines Tierheims auf der Insel, setzte die Hundefreundin alles in Bewegung, um dem verletzten Tier zu helfen. Da habe sie sich vorgenommen, Hope, wie sie sie nannte, nach Deutschland zu holen, sollte alles gut ausgehen.

In Thailand suchten die Wildunger nach einer Klinik, wo Hope operiert werden konnte, parallel dazu startete in Deutschland der Tierschutzverein einen Spendenaufruf. Bis dahin hatten die Tierfreunde aus Deutschland alle Kosten selbst übernommen. Und: Die Zeit lief, die Reise für die Urlauber ging weiter.

Bad Wildungen: Neue Bleibe für Hündin Hope gesucht

Der deutsche Tierheimleiter fuhr schließlich mit Hope in eine Klinik – 600 Kilometer über Land und Wasser. Ein Vorderbein wurde abgenommen, die Hüfte zusammen geschraubt – Hope wurde wieder gesund. Allerdings hatte das seinen Preis. Mehrfach habe sie sich gefragt, ob es richtig sei, so viel für einen Hund zu investieren, sagt die Tierheim-Vorsitzende. „Aber es war mir einfach eine Herzensangelegenheit.“ Den meisten Hunden in Thailand gehe es nicht gut, sie habe helfen wollen – und wenn es nur einem Hund sei. Schließlich sei Hope anderthalb bis zwei Jahre alt und habe ihr Leben noch vor sich.

Die Röntgenaufnahme eines Hundebeines, das gebrochen ist
Ein Vorderbein der Hündin konnte nicht mehr gerettet werden. © Privat

Von Deutschland aus bemühte sich Karin Podbiol, die Hündin her zu bringen. „Ohne Weiteres geht das aber nicht.“ Hope bekam einen Chip, wurde gegen Tollwut geimpft, musste drei Monate in Quarantäne. Ebenfalls mit der Hilfe des deutschen Tierheimleiters fand sich schließlich ein Paar aus München, das Hope als Patentier im Flugzeug mitbrachte. „Das war ein Glücksfall.“ In der bayrischen Hauptstadt holte Podbiol das Tier ab.

Bei Podbiol kann sie aber nur vorübergehend bleiben, sie hat bereits drei Hunde. Für Hope sucht sie deshalb eine neue Bleibe. Möglichst ohne Treppen, denn das Treppen laufen falle ihr schwer. Ein etwas ruhigerer Zweithund wäre auch schön. Wer Hope aufnehmen möchte, meldet sich bei Karin Podbiol unter Tel. 0170 / 352 11 82. (jj)

Aktuell sind viele Tierheime am Limit. So beispielsweise das Tierheim Beuern. Mehr als 30 Katzen und 20 Hunde wurden im Oktober dort abgegeben.

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