Als dritte Kommune zugestimmt

Bad Wildungen verabschiedet Resolution zur Edersee-Bewirtschaftung

Schiffsanleger der Edersee-Sperrmauer West bei voller Talsperre im März 2021
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Ausgerechnet: So voll wie 2021 war der Edersee um diese Jahreszeit schon lange nicht mehr und das in Corona-Zeiten, da alle bangen, dass Ostern die Saison wenigstens halbwegs beginnen kann.

Einstimmig. So verabschiedeten nach den Edertaler und Waldecker Parlamenten auch die Wildunger Stadtverordneten am Montag die Resolution der Edersee-Erlebnisregion zur Wasserbewirtschaftung.

  • Bad Wildungens Stadtverordnetenversammlung hat der Resolution der Erlebnisregion für eine sparsamere Bewirtschaftung des Edersees einstimmig zugestimmt
  • Am 8. März steht die Resolution für eine sparsamere Bewirtschaftung des Edersees auf der Tagesordnung der Vöhler Gemeindevertreterversammlung
  • Am 10. März soll die Resolution für eine sparsamere Bewirtschaftung des Edersees an den Landkreis Waldeck-Frankenberg übergeben werden

Bad Wildungen/Edersee – „Wir haben kein Problem mit ausbleibenden Niederschlägen, sondern mit der Abgabe an die Weser“, meinte Stadtverordnetenvorsteher Dr. Edgar Schmal und bezog die Formel „Zufluss gleich Abfluss“ in seine Argumentation ein: Eine alte Forderung, die am Edersee in trockenen Zeiten immer wieder zu hören ist, aber erst unterhalb der 20 Millionen Kubikmeter Talsperreninhalt real wird.

Am 8. März steht das Thema auf der Tagesordnung der Vöhler Gemeindevertreterversammlung, die ihr Votum für die letzte der an der Resolution beteiligten vier Kommunen abgibt. „Am 10. März wollen die Vertretungen der vier Städte und Gemeinden die Resolution zur Bewirtschaftung des Edersees überreichen“, kündigte Schmal an. Empfänger im Kreishaus seien dann die Spitzen von Kreisverwaltung und Kreistag.

Edersee zur Zeit so voll wie lange nicht mehr Anfang März

Die aktuelle Lage am Edersee bietet Anlass zur Freude: Mit rund 186 Millionen Kubikmetern ist die Talsperre zu mehr als 93 Prozent gefüllt: 36 Millionen Kubikmeter mehr als im langjährigen Durchschnitt seit Talsperrenbau. Schritt für Schritt verringert sich der Zufluss zwar, doch das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt (WSA) reagiert darauf, indem es den Abfluss drosselt. So gelangen momentan in der Abrechnung rund 5 Kubikmeter Wasser pro Sekunde mehr hinein als hinaus. Parallel braucht die Weser-Schifffahrt keine Stützung aus dem Edersee. Bei fallenden Pegeln vermeldet Hann. Münden einen Stand von 1,80 Meter.

Zwei Maßzahlen spiegeln, wie das WSA seine Bewirtschaftungsweise seit Längerem an veränderte Klima- und Wetterbedingungen anpasst. Zum einen lässt das Amt zu dieser Jahreszeit mittlerweile rund 10 Millionen Kubikmeter mehr im Edersee, als es der Hochwasserschutz laut geltender Bewirtschaftungsrichtlinie vorsieht. Zum anderen gilt ab 1. März eine angehobene Triggerlinie, das heißt: Frühzeitiger als ehedem wechselt das WSA in den Sparbetrieb. Die Marke dafür liegt ab 1. März rund 5 Millionen Kubikmeter höher als der langjährige Durchschnitt. Für den 1. März als Beispiel bedeutet das: Im Durchschnitt enthält der Edersee an diesem Datum seit 1914 rund 150 Millionen Kubikmeter. Die Wasserspeisung für die Weser würde nun aber bereits ab 155 Millionen Kubikmetern eingeschränkt – als Vorsorge für Trockenperioden in der warmen Jahreszeit. (Matthias Schuldt)

Die Bewirtschaftung des Edersees ist wegen der zunehmenden Trockenheit in Frühjahr und Sommer seit Jahren vermehrt in der Diskussion.

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