Nach dem Vorbild aus der Bundespolitik

Bad Wildunger "Bürgermeisterduell": Gymnasiasten diskutieren mit Stichwahl-Kandidaten

Nach dem Vorbild des Kanzler-Duells: Die Kandidaten der Stichwahl, Ralf Gutheil (links) und Volker Zimmermann (rechts) diskutierten mit den Moderatoren des „Bürgermeisterduells“ im Gustav-Stresemann-Gymnasium, Denise Schönhut, Til Reuter, Paul Schnaubelt, Elias Hartge und Paula Syring (von links). Foto: Felix Ferraris

Bad Wildungen. In der voll besetzten Aula des Stresemann-Gymnasiums fieberten Schüler des GSG und zahlreiche Besucher von Außerhalb dem mit Spannung erwarteten Schlagabtausch von Ralf Gutheil (SPD) und Volker Zimmermann (FDP) entgegen.

Der Orientierungskurs Politik und Wirtschaft unter der Leitung des Lehrers Matthias Pflüger veranstaltete ein „Bürgermeisterduell“ mit den Kandidaten der Stichwahl am 18. März.

Das Format war stark an das TV-Kanzlerduell angelehnt. Die beiden Bürgermeister-Kandidaten stellten sich im Gymnasium den Fragen der Schüler. 

Die Frageblöcke drehten sich um Allgemeines, Jugend sowie Sicherheit und Brennpunkte. Schwerpunkt waren Themen, die den Jugendlichen unter den Nägeln brannten. Im Mittelpunkt standen fehlende Freizeitaktivitäten sowie ein Mitspracherecht in der Kommunalpolitik. 

Intensiv wurde über das persönliche Sicherheitsgefühl diskutiert. Einige Schüler verwiesen auf Brennpunkte an Fürstengalerie oder in der Altstadt, wo aus ihrer Sicht Handlungsbedarf besteht.

Jugend mehr einbinden in Bad Wildungen

Dazu zeigten sich die Kandidaten aufgeschlossen. Ihnen sei auch bewusst, dass das vorhandene Freizeitangebot unzureichend sei, darin waren sich Zimmermann und Gutheil einig. Es sei geplant, die Jugend mehr einzubinden. 

Sobald Problembereiche mehr belebt würden und der freiwillige Polizeidienst seine Runden drehe, sollten sich die Wildunger wieder sicherer fühlen, signalisierten die Kandidaten. Für den Einsatz von Webcams in der Stadt hatte sich der Polizist Ralf Gutheil ausgesprochen. Als kontraproduktiv bezeichnete das der amtierende Bürgermeister Volker Zimmermann und lehnte eine Kamera-Überwachung ab.

Geringe Wahlbeteiligung ein Zeichen von Politikverdrossenheit

Insgesamt wünschten sich die Schüler flächendeckendere Informationen. So könnten mehr Zielgruppen erreicht werden. 

Enttäuscht zeigten sich die Gymnasiasten und ihr Lehrer über die geringe Wahlbeteiligung. Das wertete Pflüger als ein Zeichen der Politikverdrossenheit. Dem schlossen sich einige Schüler an. „Schockierend“, sagte Paula Syring. Die 17-jährige würde wählen gehen, wenn sie dürfte. „Wer nicht wählt, darf sich nicht beschweren!“ 

Diese Meinung teilte Schulsprecher und Moderator Til Reuter. Er habe auf über 50 Prozent Wahlbeteiligung spekuliert und fände es schade, dass Wählen wohl nicht mehr „im Trend“ sei.

Aus „Schnapsidee“ wird erfolgreiche Veranstaltung

Das „Duell“ der Stichwahl-Kandidaten im GSG war eigentlich eine Schnapsidee. Inspiriert von der Stichwahl und der schlechten Wahlbeteiligung wurde der Vorschlag eher scherzend in den Raum geworfen. Niemand habe damit gerechnet, dass beide Kandidaten tatsächlich zusagten.

Zimmermann und Gutheil zeigten sich jedoch positiv überrascht. Zimmermann: „Ich bin beeindruckt von der Professionalität.“ Gutheil: „Das Format macht Politik greifbarer und vereinfacht den Austausch zwischen Gemeinde und Politik. So etwas muss es viel öfter geben.“

Von Felix Ferraris

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