Nächste Woche soll alles fertig sein

Bad Wildunger "Osterschmückerinnen" beim Endspurt an den Brunnen

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Angelika Lötzer (rechts) und Brigitte Kruse schmücken den Eierbaum am Kaiserhof.

Bad Wildungen. Der allerletzte Schliff fehlt zwar noch, aber die geschmückten Brunnen in der Innenstadt vom Fürstenhof bis in die Altstadt locken schon zahlreiche Schaulustige an.

„Spätestens nächste Woche ist alles fertig“, verspricht Angelika Lötzer, die zum elften Mal die Aktion der Gewerbevereinigung AWWiN! leitete. Zusammen mit Maria Anna Günther, Brigitte Wagener und Henny Omid-Fard legte sie gestern letzte Hand an am Rathauskump.

20 Helfer treffen sich seit vier Wochen für die Vorarbeiten. Im alten Gaswerk wurden bei mehreren Arbeitseinsätzen pro Woche bunte Schleifen gebunden und Eier aus Kunststoff gesteckt. „Es war manchmal so bitterkalt, dass wir kaum die Finger bewegen konnten“, gestand eine unermüdliche Helferin.

„Es gibt einen richtigen Oster-Tourismus in Bad Wildungen.“

Auf echte Hühnereier wird verzichtet, denn ganz am Anfang der Aktionen in den 1990-er Jahren schlugen dreiste Diebe zu. „Der Eierbaum am Kaiserhof trug jeden Tag weniger Eier“, erinnert Angelika Lötzer. Dann kam heraus: Hungrige Waschbären plünderten die Dekoration.

Aus künstlichem Buchsbaum sind neuerdings auch die Träger der Girlanden. Das erspare eine Menge Arbeit, sind sich die Frauen einig. „Wir mussten bisher immer 240 laufende Meter Girlanden wickeln.“ Zudem litt echtes Grünzeug wie immergrünes Thuja und Taxus unter der Witterung, und nach vier Wochen war es trocken und unansehnlich.

Der Brauch des Brunnenschmückens zum Osterfest stammt laut Lötzer aus der fränkischen Schweiz und geht auf die Zeit um das Jahr 1900 zurück. „Damals wurden die Brunnen wegen Wassermangels mit Buchsbaum geschmückt.“

Jedes Jahr neue Ideen für den Bad Wildunger Osterschmuck

Die Kurstadt Bad Wildungen setzte 1994 erstmals auf den Osterschmuck. „Der Ursprung war damals der Eierbaum in der Brunnenallee“, berichtete Lötzer. Unter Regie von Hedwig Rossmann wurden in der Anfangszeit die Allee und die Altstadt österlich dekoriert. Inzwischen sei Bad Wildungen weit über die Kreisgrenzen hinaus bekannt für seinen prächtigen Osterschmuck, der jedes Jahr neu entworfen wird.

„Es gibt einen richtigen Oster-Tourismus“, berichtet die Bergheimer Floristin. Unterstützt wird die farbenprächtige Frühlings-Dekoration von Mitarbeitern des städtischen Bauhofs sowie von ehrenamtlichen Helfern des Altstadtvereins und von Anliegern. Die 2000 Stiefmütterchen für die Entenfamilie und andere Dekorationen in der Brunnenallee, wurden von den Kliniken und Geschäftsinhabern vor Ort gespendet.

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