Bad Wildungen

Bald letztmals auf Streife

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- Bad Wildungen (höh). Nach langjährigen Diskussionen ist es amtlich: Der Magistrat hat das „Aus“ für den Freiwilligen Polizeidienst in Bad Wildungen zum Jahresende beschlossen.

Ausgelöst wurde diese Entscheidung durch einen aktuellen Vertragsentwurf, mit dem die bisherigen Kosten des Freiwilligen Polizeidienstes von 18 500 auf nur noch 12 500 Euro reduziert werden sollten. Die mit der Bad Wildunger Polizeistation abgestimmte Vertragsänderung hatte das Ziel, den bereitgestellten Haushaltsansatz den zuletzt noch in Anspruch genommenen Leistungen anzupassen, informierte Bürgermeister Volker Zimmermann. Der Magistrat sei diesem Vorschlag der Kostenreduzierung jedoch nicht gefolgt sondern habe sich stattdessen für die vollständige Abschaffung entschieden. „Es war eine knappe Entscheidung“, berichtete der Rathauschef. „Ich bedauere das Ergebnis sehr.“

Laut Zimmermann erbrachte der Freiwillige Polizeidienst eine verlässliche Dienstleistung. Das zeigte die Zahl der Bürgerkontakte bei den täglichen Streifendiensten, bei der Unterstützung von Veranstaltungen oder der Räumung von Plätzen. Die Uniformierten waren erkennbare Ansprechpartner für Bürger und Kurgäste auf öffentlichen Straßen und Plätzen. „Die Rückmeldungen zeigten, dass dieses Angebot gerade von den Kurgästen unserer Stadt sehr geschätzt wurde“, sagte Zimmermann. Eingesetzt wurden die Bediensteten „für nahezu alle erdenklichen Lebenslagen“, betonte Zimmermann.

Die Einsatzstatistik von 2010 begann bei der einfachen Meldung von Glatteisalarm auf dem Fußweg hinter der Wandelhalle über die Sicherstellung von Messern bei Jugendlichen, Identitätsfeststellen, über 69 Platzverweise meist alkoholisierter Personen bis hin zu vorläufigen Festnahmen von ertappten Laden- oder Handtaschendieben. Ein hilfloses Kind wurde der Mutter übergeben, orientierungslose Senioren wurden unterstützt. Zehn Männer und Frauen sind seit ihrer Ausbildung in 2003 neben ihrem Hauptberuf im Freiwilligen Polizeidienst der Stadt Bad Wildungen tätig.

Mehr lesen Sie in der WLZ vom Freitag, 4. November

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