Aktion wird im Herbst fortgesetzt

Bald mehr als 100 Wildunger „Stolpersteine“

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Das frühere Palasthotel Baruch. Auch an dieser Stelle wird im Herbst ein Stolperstein verlegt.

Für Oktober des aktuellen Jahres ist die Verlegung zehn neuer „Stolpersteine“ zur Erinnerung an jüdische Opfer der NS-Zeit aus Bad Wildungen geplant.

  • Im Herbst werden in Bad Wildungen neue Stolpersteine verlegt
  • Neue Erkenntnisse aus Archiven ermöglichen das Gedenken an weitere NS-Opfer
  • Der genaue Verlege-Termin der Wildunger Stolpersteine mit Künstler Gunter Demnig steht noch nicht fest

Bad Wildungen – Das teilt das Team um Gunter Demnig mit.

Der Künstler aus Alsfeld bettet seit einem Vierteljahrhundert diese Steine in ganz Europa in Wege und Straßen ein. Für die Badestadt ist es die achte Aktion, mit der die Gemeinschaft derWildunger Stolpersteine im Straßenpflaster auf mehr als 100 steigt. Diese hohe Zahl geht zurück auf die Öffnung mehrerer Archive in den letzten Jahren, die Recherchen zu bislang unbekannten Personen und Schicksalen möglich machte, an die mit  den Wildunger Stolpersteinen erinnert wird. Hinzu kommen neue Perspektiven der Forschung, die sich etwa vermehrt der sogenannten Binnenwanderung von Juden widmet.

Nach dem Erlass der„Nürnberger Gesetze“ 1935 zogen viel Juden in deutsche Großstädte oder zu Verwandten. Sie hofften, dort mehr Schutz zu finden.

Das galt etwa auch für Dora Vöhl. Sie zog zu ihrer Tochter Irene Hammerschlag in der Brunnenstraße. Ein anderes Beispiel ist Adolf Katz, der Hertha Samuel aus der Kornstraße heiratete.

Zudem gedenkt man verstärkt der Juden, die nach der Wildunger Pogromnacht 1938 in das Konzentrationslager Buchenwald deportiert oder Ende 1939 endgültig aus Bad Wildungen vertrieben wurden. So musste der Textilhändler und Geschäftsinhaber Jakob Berentz als letzter noch in der Stadt lebender Jude Ende November Bad Wildungen verlassen.

An welchem Tag genau die neuen Wildunger Stolpersteine verlegt werden, steht noch nicht fest. Wer die Aktion  finanziell unterstützen möchte, kann dies tun durch eine Spende auf folgendes Sparkassenkonto:

Spendenaktion Stolpersteine (Kontoinhaber), IBAN: DE 32 5235 0005 0002 7920 34.

Seit eineinhalb Jahren ist das Wildunger Stolperstein-Projekt auch im Internet zu finden.

Von Johannes Grötecke

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