Altwildunger Grundschüler schauen Orgelmaumeister über die Schulter

Bald streicht Orgelwind durch neue Pfeifen

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Bad Wildungen-Altwildungen - Der Altwildunger Gemeindepfarrer Christof Hartge hat mit den Kindern der Klasse 3 A der Altwildunger Grundschule die Philipp-Nicolai-Kirche besucht, um dem Orgelbaumeister Matthias Böhler bei seiner Arbeit zuzuschauen.

„Vielleicht bekommt ja eines der Kinder bei dieser Gelegenheit Spaß am Erlernen des Orgelspiels“, hofft der Seelsorger. Das neue Altwildunger Instrument besonders gut geeignet zum Üben; „darauf haben wir geachtet.“

Seit vielen Tagen ist der Meister gemeinsam mit Helfern dabei, die Technik in die neue Kirchenorgel zu installieren. Er erläuterte den Mädchen und Jungen die Arbeitsweise des neuen Instruments mit seinen zwei Manualen und 16 Registern.

Die Kinder hatten eine Menge Fragen. Sie erfuhren: Ja, eine Orgel hat auch einen Motor und die Luft, die die Töne in den Orgelpfeifen erzeugt, kommt von einem Schaufelrad „ähnlich wie ein Mühlrad, nur dass es hier um Luft statt um Wasser geht.“ Der so entstehende „Orgelwind“ gelange über die Windlade – die zentrale Regel- und Verteilstation – in diejenigen Pfeifen, für die der Organist gerade die Taste der Klaviatur drückt.

Wenn der Einbau der Technik am Ende der Woche geschafft ist, versehen die Handwerker die Konstruktion mit Farbe. Ein prächtiger Barockengel, der seit Generationen in der Philipp-Nikolai-Kirche von Platz zu Platz wandert, wird in der Mitte des Prospektes der neuen Orgel angebracht, so dass die rechte Hand des Engels auf den Organisten zeigt.

Ende Oktober kommt ein Experte des Orgelbauers Rensch aus Laufen, um das neue Instrument, das in der Werkstatt vorgestimmt wurde, endgültig zu intonieren. Jede einzelne der mehr als 900 Orgelpfeifen wird in die Hand genommen, um Klangfarbe und Lautstärke einzustimmen, damit das Instrument im Raum der Kirche einen harmonischen Klang erzeugt, damit Klangfarben und Lautstärke ein hörenswertes Ganzes ergeben. Die gewissenhafte und exakte Intonation hat den größten Einfluss auf den Klang der neuen Orgel.

Ende September war deren Vorgängerin in der Philipp-Nikolai-Kirche von einem Team freiwilliger Helfer unter Anleitung eines Fachmannes an einem Tag abgebaut worden. Der Orgelprospekt ist eingelagert, die alten Pfeifen werden nach und nach zu Gunsten des Orgelneubaus verkauft. Inzwischen hat der Förderkreis Orgel Altwildungen vor allem dank der Aktivitäten von Marion Schestag und OIiver Kampes 50 000 Euro Spendengelder eingesammelt, erklärt Hartge.

Der Gesamtpreis der neuen Orgel beträgt etwa 220 000 Euro. „Dazu ist es gut zu wissen, dass der Neubau des Instrumentes mehr als 5 500 Arbeitsstunden in Anspruch nimmt“, fügt der Pfarrer hinzu.

Die neue Orgel wird am vierten Advent, 21. Dezember, ab 10 Uhr im Rahmen eines Festgottesdienstes eingeweiht und von von Bezirkskantorin Ulrike Tetzer in Betrieb genommen. Im Gottesdienst wirken das Marburger Octett, der Singkreis Altwildungen und die Liedertafel Altwildungen mit. (Werner Senzel)

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