Angelsaison beginnt am Affolderner See · Fischereirechte hat seit 2012 der Zweckverband Naturpark

Beide Fisch-Reviere in einer Hand

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Edertal-Affoldern - Die Saison für Petrijünger beginnt: Mehrere Tausend Fische wurden dieser Tage als Besatz in den Affolderner See eingebracht. Seit 2012 hat der Naturpark die Fischereirechte für die zwei großen Reviere. Davon profitieren Angler an Edersee und Affolderner See gleichermaßen, denn sie können günstige Kombi-Scheine nutzen.

Für den Besatz mit Bach- und Regenbogenforellen wurden größere Fische ausgewählt. Die ein Kilogramm schweren und 45 Zentimeter großen Exemplare sind nämlich nicht gerade die Lieblingsspeise des Kormorans. Der gefürchtete Fischräuber hat es auf kleinere Flossenträger abgesehen, verweist Naturpark-Geschäftsführer Rainer Paulus.

666 Tageskarten für 7 Euro, 138 Zwei-Tages-Scheine für zwölf Euro, 35 Wochentickets für 25 Euro und 64 Jahresscheine für 120 Euro hat das Domanium 2011 am Affolderner See verkauft. Das spülte knapp 15000 Euro in die Kasse des Zweckverbands Naturpark Kellerwald-Edersee.

Am Edersee wurden 9864 Zweitagesscheine (je 15 Euro), 655 Wochen-Tickets (35 Euro), 449 Saisonkarten (110 Euro), 44 Jugend- (75 Euro) und 565 Jahresscheine (150 Euro) verkauft. Die Erträge durch Fischerei 2011 bezifferte Paulus auf 240000 Euro, die Aufwendungen auf 210000 Euro.

90 Hektar sind zur Fischerei am Affolderner See freigegeben. Dabei handelt es sich um den nördlich des Zwischendamms zur Straße gelegenen Gewässerteils und den anschließenden Ederlauf, flussaufwärts von der Werksbrücke am Kraftwerksbereich bis 50 Meter unterhalb der Brücken zum Kraftwerksgelände an der Sperrmauer.

„Der südliche Teil des Sees ab dem Zwischendamm und den Begrenzungsseilen ist Naturschutzgebiet. Dort sind Angeln und Befahren mit dem Boot untersagt“, betont Paulus. Der Ederlauf (16 Hektar) ist ideal für Fliegenfischer. Erlaubnisscheine gibt es bei Angelschmidt und Angelschmiede in Affoldern. Die Fischereiaufsicht wird von erfahrenenen Aufsehern wahrgenommen. Zusätzlich kontrolliert die Wasserschutzpolizei. Wer ohne Schein erwischt wird, dem drohen Bußgeld, Angelverbot und Einzug der Ausrüstung.

Plünnecke: „Schachzug“

Dass der Naturpark ab 2012 die Fischereirechte am Affolderner See von Eon Wasserkraft pachtet, wertet Zweckverbands­chef Harald Plünnecke als Erfolg. „Wir haben erhebliche Fischverluste durch die Turbinen und sind seit Jahren in Gesprächen mit Eon, um zu einer vernünftigen Lösung zu kommen.“ Das Fischereirecht sei als Kompensationsmaßnahme für die geplante Kraftwerks-Erweiterung am Peterskopf aufgenommen worden. Der Kraftwerks-Betreiber überlasse dem Naturpark kostenlos die Fischereirechte als Ausgleich für die in den Turbinen zermahlenen Fische. „Darauf bin ich stolz“, so der Vöhler Bürgermeister.

Dieser „Schachzug“ entlaste die im Naturpark angeschlossenen Kommunen und Kreise durch eine reduzierte Umlage. Etwa 30000 Euro werden eingespart. In den 70er-Jahren hatte die Domanialverwaltung die Fischereirechte am Affolderner See von Eon-Vorgänger PreussenElektra erworben. 2011 hat Eon die Rechte für einen erheblich höheren Betrag zurückgekauft. Nutznießer ist der Zweckverband. Er stehe in Gesprächen mit der IG Edersee, die künftig auch in Affoldern fischereirechtliche Maßnahmen wie Zählungen und Monitoring übernehmen soll.

Edertals Bürgermeister Wolfgang Gottschalk als Vorstandsmitglied ist zuversichtlich, dass „die „große Lösung neue strategische Optionen bei der Vermarktung eröffnet“. Während der Edersee als Raubfischparadies mit Hecht, Zander und Barsch gilt, wird der Affolderner See als Salmonidengewässer (Forellen) genutzt.

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