Spannender Vortrag von Dr. Udo Schlitzberger und Klaus Fröhlich

Beim Wildunger Geschichtsverein: Die Spuren der Römer in Waldeck

Lothar Kessler als Legionär: Fotos wie diese machten den Vortrag anschaulich. Foto: pr

Bad Wildungen. „Die Römer in Nordhessen“ lautete der Titel eines spannenden Vortrages, den der frühere Landrat des Kreises Kassel Dr. Udo Schlitzberger und Klaus Fröhlich bei der Bezirksgruppe des Waldeckischen Geschichtsverein in Bad Wildungen hielten.

Beide beschäftigen sich seit Jahren mit den Fragen der Begegnung zwischen Römern und Chatten. Vor einigen Jahren erregte die Schlacht der Germanen unter Arminius gegen den römischen Feldherren Varus wieder einmal ein größeres öffentliches Interesse.

Die Entdeckung eines römischen Schlachtfeldes bei Kalkriese im Osnabrücker Land führte zu der Annahme, dies sei das Schlachtfeld aus dem Jahr 9 nach Christus. 2009 wurde dieser Schlacht vor 2000 Jahren gedacht. Die Entdeckung eines Schlachtfeldes aus späterer Römerzeit am Harzhorn bei Seesen vor wenigen Jahren lenkte den Blick erneut auf diese Zeit.

Die Wegemöglichkeiten

Die beiden Vortragenden suchten, auf diese Weise angeregt, in der heimischen Region nach Informationen über diese Zeit . Neben den Werken römischer Geschichtsschreiber waren besonders die Erforschungen früherer Wege hilfreich.

Mit Hilfe der Beamertechnik gestalteten die beiden Referenten ihren Vortrag in Bad Wildungen sehr lebhaft.

Besonders Interesse gewannen die zwei Detektive der heimischen Geschichte dadurch, dass sie bei den Erforschungen der Wegemöglichkeiten von damals auch das heutige Waldecker Land in den Blick nahmen. So können auch Waldecker die damaligen Ereignisse als ihre Geschichte betrachten.

Die Furt bei Wellen/Wega

Dabei spielten die alten Furten zwischen Wega und Wellen und zwischen dem Büraberg und Geismar eine Rolle. Bei Wega wurde in der Eder eine zerbrochene Handmühle eines römischen Soldaten gefunden. Die Furten können bei den Römerzügen im Waldecker Land wichtig gewesen sein. So wurde der Bezug zu geschichtlich hervorragenden Menschen damaliger Zeit hergestellt.

Drusus und Tiberius

Der bei dem Zug gegen die Germanen bis zur Elbe vorgedrungene Drusus, den dieses Unternehmen das Leben kostete, und sein Bruder Tiberius, der den Toten nach Mainz zurückgeleitete, müssen durch Nordhessen gezogen sein. Beide waren Stiefsöhne des Kaisers Augustus, der zur Zeit der Geburt Jesu regierte und in der Weihnachtsgeschichte der Bibel erwähnt wird. Tiberius ist der Kaiser zur Zeit der Kreuzigung Jesu.

Ein virtueller Flug über die historischen Weg vom Büraberg über die Quernst und Korbach bis nach Marsberg rundete den Vortrag anschaulich ab.

Die Veranstaltung war erfreulich gut besucht. Die Vortragenden fanden durch ihre lebhafte und begeisternde Darstellung volle Zustimmung. (r)

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