Brandruine ist vom Einsturz bedroht

Ehemaligem Bäderhaus auf Bad Wildunger Kurhaus-Gelände droht der Abriss

Abriss erwünscht: Das Bäderhaus – ältester Gebräudeteil auf dem Kurhaus-Gelände – ist seit dem Brand am 5. Juni so marode, dass es aufwendig gesichert werden müsste.
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Abriss erwünscht: Das Bäderhaus – ältester Gebräudeteil auf dem Kurhaus-Gelände – ist seit dem Brand am 5. Juni so marode, dass es aufwendig gesichert werden müsste.

Dem Bäderhaus auf dem Kurhaus-Areal droht der baldige Abriss.

Bad Wildungen - Seit dem Brand vor zweieinhalb Monaten ist die Bausubstanz so marode, dass aufwendige Sicherungsmaßnahmen nötig wären. SPD-Sprecher Wolfgang Nawrotzki beantragte deshalb in der Stadtverordnetenversammlung am Montagabend in der Wandelhalle einen Abbruch der Brandruine.

Ältester Gebäudeteil auf dem Kurhaus-Areal

„Das Badehaus ist einsturzgefährdet“, bescheinigte Bürgermeister Ralf Gutheil. Aus Sicht der Stadtverwaltung mache es keinen Sinn mehr, nur den Brandschutt ausräumen zu lassen und das Gebäude sehr aufwendig zu sichern. Das heiße nämlich: „Die unteren Etagen komplett zumauern und ein Gestell drumrumbauen, damit es nicht rein regnet.“

Ein Abriss dieses ältesten Gebäudeteils auf dem Kurhaus-Areal wäre ausdrücklich zu begrüßen, sagte der Bürgermeister. Für das erforderliche Gutachten sei bereits ein Kontakt zu einem Unternehmen hergestellt. Es soll neben dem Badehaus auch das Therapeutikum und den Lesesaal begutachten, um zu sehen, welche Stoffe dort verbaut wurden und welche Kosten bei einer Entsorgung entstünden.

Gebäudeteil steht Planungen im Wege

Ein Abbruch des Badehauses spiele der Stadt bei der Vermarktung des Kurhaus-Geländes in die Karten, mutmaßte Nawrotzki bei der Begründung des Antrags. Die Bäderabteilung spiele nämlich seit geraumer Zeit bei den Überlegungen zur Nutzung des Areals keine Rolle mehr. Im Gegenteil, dieser Bauteil stehe den Planungen sogar im Wege.

Stefan Schraps (FDP) pflichtete der SPD bei und unterstützte einen Abriss. Horst Reis (Freie Wähler) zeigte sich überrascht vom schlechten Gebäudezustand. „Von der Baufälligkeit habe ich heute das erste Mal erfahren.“ Caroline Tönges (Grüne) und Sabine Moering (Linke) sahen noch Beratungsbedarf und schlugen eine Überweisung an den zuständigen Parlamentsausschuss vor. Axel Finger (SPD) indes mahnte: „Hier ist Eile geboten.“

Keinen weiteren „Lost Place" tolerieren

Nägel mit Köpfen machte das Stadtparlament am Ende doch nicht, weil der Brandschaden noch nicht mit der Versicherung geklärt wurde. Gutheil: „Bis heute liegt noch keine Stellungnahme der Versicherung vor.“ Einstimmig wurde der Tagesordnungspunkt zur abschließenden Entscheidung an den Finanzausschuss überwiesen.

„Wir alle warten dringend darauf, wie sich die Entwicklung im Kurhaus-Gelände und bei den Problemimmobilien, die wir im Kurviertel haben, weiterhin darstellen wird,“ sagte Nawrotzki abschließend. Bad Wildungen dürfe nicht länger einen so genannten „Lost Place“ tolerieren sondern müsse das marode Gebäude abreißen.

Nawrotzki: Problemimmobilien sind Risikofaktoren

Ähnliche Sorgen bereite auch die ehemalige Klinik Parkhöhe. „Wir alle stehen gemeinsam ziemlich fassungslos davor, dass sich dort trotz einer mehrjährigen Entwicklung immer noch keine Lösung abzeichnet, und dass der Erwerber immer noch Mühe hat, eine Baugenehmigung für den ersten Bauabschnitt zu kriegen.“

Diese Problemimmobilien seien Riskiofaktoren, das habe der Brand im Badehaus gezeigt.

Verhandlungen noch „auf Eis“

Keine Neuigkeiten hatte Bürgermeister Gutheil unter dem üblichen Tagesordnungspunkt „Sachstandsbericht Kurhaus“ zur Vermarktung des Geländes zu berichten. Auf Wunsch der Investoren waren alle Verhandlungen bis nach Ende der parlamentarischen Sommerpause „auf Eis“ gelegt, diese Frist ist nun verstrichen.

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