Unterschriftenaktion mit Ziel Bürgerbegehren für Sanierung von Rutsche und Eisbahn

Bürger kontra Parlament beim Helo

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Bad Wildungen - Eine Gruppe von Wildungerinnen und Wildungern sammelt in diesen Tagen fleißig Unterschriften gegen die jüngsten Heloponte-Beschlüsse der Stadtverordnetenversammlung.

Ziel sind zwei Bürgerbegehren zur Reparatur und Wiederinbetriebnahme von Eisbahn und Riesenrutsche.

Wie berichtet, votierten im Parlament die Fraktionen am 4. Februar fast einmütig für das vorläufige „Aus“ der beiden kaputten Einrichtungen im Bad Wildunger „Familienbad der Region“ mit der Begründung: Vor der großen Heloponte-Zukunftsentscheidung (Sanierung oder Ausbau) werden keine Investitionen mehr getätigt.

Die Sprecher der Bürgerinitiative, die Studentin Sabine Moering und der Sozialarbeiter Klaus Micino, sehen das anders. Micino war am 4. Februar noch Stadtverordneter der Freien Wählergemeinschaft. Inzwischen ist er ausgetreten und nunmehr parteiloser Abgeordneter.

Für die Einleitung eines ordentlichen Bürgerbegehrens nach der Hessischen Gemeindeordnung werden 1400 Unterschriften benötigt, die, wenn dies geschafft ist, von der Kommunalaufsicht geprüft werden. Ist alles korrekt gelaufen, verlangt die Gruppe die Aufhebung der beiden strittigen Parlamentsbeschlüsse.

Die beiden Protestler und weitere Anhänger standen mit ihren Unterschriftenlisten bereits vor dem Heloponte oder vor dem Lidl-Supermarkt in der Itzelstraße. Auch in Schulen und Kindergärten sind sie vorstellig geworden. Hunderte Unterschriften sind bereits beisammen: „Die Reaktion der Leute ist überwiegend sehr positiv.“ Die Protestgruppe um Micino und Moering umfasst inzwischen etwa 15 aktive Mitglieder.

Am Samstag sind weitere Aktionen geplant am Kurschattenbrunnen, am Marktplatz und vor der Fürstengalerie.

„Seit die Rutsche außer Betrieb ist, sieht man nur noch wenige Kinder und Jugendliche im Heloponte, denn der Spaßfaktor des Schwimmbadbesuchs ist weg“, heißt es in der schriftlichen Begründung für die beiden angestrebten Bürgerbegehren. Befürchtet wird ein deutliches Sinken der Besucherzahlen: „Wir sind auf dem besten Weg zum Versorgungsbad.“

Ähnlich die Argumentation für die Eisbahn, die ein Alleinstellungsmerkmal für Bad Wildungen gewesen sei: „Sie war eine der wenigen Attraktionen für Familien, Kinder und Jugendliche im Winter. Keine unserer Nachbarstädte hat ein solches Freizeitangebot.“ Weiterhin hätten Schulen und Vereine die Eisbahn gerne genutzt. Wildungen könne jungen Menschen kaum noch etwas anbieten: „Eine aktive Freizeitgestaltung, wie sie auf der Eisbahn geschieht, sozialisiert und wirkt präventiv auf Kinder und Jugendliche.“

Die Bürgerinitiative macht sogar Kostendeckungsvorschläge. Die Reparatur von Rutsche und Eisbahn würde über Darlehen finanziert. Bei der Eisbahn soll die Tilgung erfolgen aus dem Vermögen, das kürzlich nach Auflösung des „Eigenbetriebs Krankenhäuser“ auf die Stadt übertragen worden ist. Notwendig sei ferner ein neues Besucherkonzept zur Erhöhung der Einnahmen.

Die Finanzierung des Rutschen-Darlehens könnte nach den Vorstellungen von Micino und Moering die BKW sicherstellen, der die Stadt, gleichfalls in der Sitzung am 4. Februar, eine Ausfallbürgschaft (zwei Millionen Euro) gewährt hat. Micino: „Dafür zahlt die BKW der Stadt pro Jahr ein Bürgschaftsentgelt in Höhe von 0,5 Prozent.“

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