Rutsche plötzlich für kleines Geld repariert

Bürger werden zum Heloponte befragt

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Bad Wildungen - Eine Vorentscheidung über die Zukunft des Freizeitzentrums Heloponte soll auf jeden Fall vor Ende des Jahres fallen.

Das kündigten Erster Stadtrat Bart van der Meer, Stadtkämmerer und Heloponte-Geschäftsführer Günther Gutheil und Jochen Schaake vom Stadtbauamt in einem Pressegespräch an. Bevor die Stadtverordneten ihre endgültige Entscheidung treffen – so der Wunsch aller im Parlament vertretenden Parteien – sollen die Wildunger nach ihrer Meinung gefragt werden. Im Laufe der kommenden Woche erhalten 14 100 Wildunger einen von der Stadt versandten Fragebogen, in dem fünf mögliche Alternativen für die Heloponte-Zukunft erläutert werden und auf dem die Postempfänger eine der genannten Möglichkeiten als ihre Wunschlösung ankreuzen können: 1. Das Heloponte (Hallenbad, Freibad, Eisbahn)soll saniert und unverändert weitergeführt werden. (Fehlbetrag jährlich ca 2,7 Millionen Euro). 2. Das Heloponte (Hallenbad, Freibad, Eisbahn) soll modernisiert und attraktiver gemacht werden (Fehlbetrag 2,4 Millionen Euro jährlich). 3. Es gibt einen Badneubau ohne separates Freibad (Fehlbetrag 1,9 Millionen Euro jährlich). 4. Bad Wildungen braucht kein Heloponte. Die Anlage soll abgerissen werden. 5. Über einen Badneubau – eventuell mit einem privaten Investor – und dessen Angebotsbestandteile soll noch einmal diskutiert werden. In der Bürgerpost mit dem Fragebogen werden die einzelnen Handlungsalternativen mit Kosten für Investitionen, Abriss und zu erwartenden Besucherzahlen noch einmal ausführlich tabellarisch aufgeführt. In einem Begleitschreiben macht Bürgermeister Zimmermann darauf aufmerksam, dass die attraktive Freizeitanlage jährlich von rund 150 000 Gästen aus Bad Wildungen und der Region besucht wird, „allerdings hat dieses Angebot seinen Preis, zwei Millionen Euro muss die Stadt dafür in jedem Jahr aufbringen.“ Ausführliche Informationen über die Heloponte-Alternativen gibt es auf einer Bürgerversammlung am Donnerstag, 26. September, 18 Uhr, in der Wandelhalle.Dann stehen dort alle beteiligten Experten für Fragen zur Verfügung. Danach können die angekreuzten Antwortkarten an Ort und Stelle abgegeben werde oder innerhalb der nächsten sieben Tage kostenlos ans Rathaus geschickt werden. Die Postempfänger sollten darauf achten, dass sie die Rathaus-Heloponte-„Infopost“ nicht mit einer Werbesendung verwechseln. Wenn das Parlament bis vor dem Jahresende eine Entscheidung fällt, könnten die Bauarbeiten 2016 beginnen.

In Sachen Heloponte“ gibt es aktuell eine schlechte und eine gute Nachricht: das Freibad ist ab Sonntagabend geschlossen. Dafür geht ab Dienstag die Heloponte-Rutschbahn wieder in Betrieb. Nachdem die Mitarbeiter der Freizeitanlage in aufwendiger und schwieriger Handarbeit etwa 10 Kubikmeter Filterkies aus dem undichten Filter entfernt hatten (Günther Gutheil: „dafür haben sie ein besonderes Dankeschön verdient“) hat sich ein Unternehmer aus dem Edertal das schadhafte Teil genau angesehen und angeboten, den Filter für 2 800 Euro zu reparieren; gesagt und getan! Danach wurde für 3 680 Euro neues Filtermaterial angeschafft und eingefüllt so dass für weniger als ein Zehntel des Preises für einen Neuen Filter (70 000 Euro) die beliebte Rutsche wieder betriebsbereit ist und ein Probelauf erfolgreich war. Eine bakteriologische Untersuchung des Hygiene-Instituts Marburg ergab keine Belastung, es fehlt lediglich noch ein Laborwert, der bis Montag vorliegen wird. Günther Gutheil: „Wir sind sicher, ab Dienstag können die Kinder im Heloponte wieder rutschen.“ Die Wildunger Bürgerinitiative, die Unterschriften für ein Bürgerbegehren gesammelt hatte (das vom Parlament aus formalen Gründen dann abgelehnt wurde), sieht sich durch die Reparatur der Rutsche bestätigt. Sie betrachtet auch die Bürgerbefragung (siehe Haupttext) als Ausfluss ihrer Bemühungen, schreibt Sabine Moering als eine der Initiatorinnen in einer Pressemitteilung. Die Bürgerinitiative wertet all das als einen Schritt hin zu den vielen engagierten Bürgern. Sie erinnert allerdings an die Eisbahn, für deren Reparatur bis zum Beginn der Wintersaison die Initiative ebenfalls eintrete.Von heute bis zum 26. September informiert und diskutiert die Initiative jeden Samstag ab 10 Uhr auf dem Postplatz über die Befragung und das Heloponte aus ihrer Sicht.

Von Werner Senzel

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