Ali Baba Gueye und Patissier Christian Bach fachsimpeln über Rezepte

Weltreisender in Sachen Konditorei zu Besuch in Bad Wildunger Backstube

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Experimente in der Backstube: Ali Baba Gueye mit kleinen Tartes mit Baobab-Geschmack und Patissier Christian Bach mit einem Blech „Finanziers“. 

Ali Baba Gueye besuchte seinen Bad Wildunger Kollegen, den Patissier Christian Bach. Sie probierten beide neue Rezepte aus – zubereitet unter anderem mit Früchten des Affenbrotbaums.

Vor 15 Jahren war Gueye schon einmal in der Badestadt, hat Bach in der Backstube über die Schulter geschaut und Anregungen mitgenommen. Aber er hatte auch selbst Konditorei-Rezepte dabei. Darunter war Schokoladen-Rehrücken nach einem Rezept aus Paris aus der Backstube des weltberühmten Patissiers La Notre, wo Ali Baba ein Volontariat absolvierte. Diese Spezialität ist bei Bach bis heute in der Weihnachtszeit sehr beliebt.

Auch für die französische Spezialität „Finanziers“ hatte der Senegalese das Rezept mitbracht und bei seinem aktuellen Besuch eine Verbesserung vorgeschlagen. Längst hat er eine Riesenerfahrung in Backstuben und Küchen gesammelt und gibt diese gern weiter. Auch neue Anregungen nimmt er auf. Regelmäßig ist er zwischen dem Senegal und den USA unterwegs mit „Abstechern“ nach Japan, Italien und in den arabischen Raum. Der Weltreisende in Sachen Konditorei betrieb im Senegal eine Konditorei-Schule, die er auf Anweisung der damaligen Regierung schließen musste.

Will Kollegen für gesundes Backen und Kochen begeistern

Seither ist er in den USA in der großen Feinbäckerei „Garden of Eden“ tätig. Für reiche und prominente Kunden werde dort alles gebacken, was gut und teuer ist. Ali Baba will seine Kollegen für gesundes Backen und Kochen begeistern und seine Rezepte bekannt machen – und das ohne Fachausbildung, „denn in den USA gelte das Prinzip „learning by doing“. Dazu hatte er jede sich bietende Gelegenheit wahrgenommen, aber auch eine Reihe von eigenen Ideen durchgesetzt. „Wichtig sind am Ende keine Zeugnisse, sondern das Können ist ausschlaggebend und entscheidend.“

Nach Wildungen brachte Ali Baba Gueye Pulver aus Früchten des Affenbrotbaumes mit, der in Afrika heimisch ist und für medizinische Zwecke verwendet wird. Der Name dieses „Zauberbaums“ lautet „baobab“ – übersetzt die „Frucht mit vielen Samen“. Das Pulver daraus ist inzwischen als Nahrungsergänzungsmittel zu haben. Es enthalte viel mehr Vitamin C als Orangen, sei reich ein Kalzium, Kalium, Eisen und Vitamin B6, laktose- und glutenfrei.

Verwendet es in den USA als Wunderpulver

In den USA hat Ali Baba das „Wunderpulver“ in Gerichten und Backwaren verarbeitet, Patissier Christian Bach will vorerst davon Abstand nehmen. Gemeinsam mit seinem Kollegen hat er zwar Versuche unternommen und auch einige – meist säuerliche – Geschmackserlebnisse produziert. Aber „ich kann ja schlecht meine Pralinen und Trüffel als „besonders gesundheitsfördernd“ anbieten“, sagt der Chocolatier mit einem Schmunzeln.  

Stolz ist der Amerikaner aus dem Senegal auf ein Schreiben aus dem Weißen Haus, das von Ex-Präsident Barac Obama unterzeichnet ist. Darin wird Ali Baba bescheinigt, „dass er mit dabei ist, unsere Nation vorwärts in eine stolze Zukunft zu bringen“ und „mit dazu beiträgt, die Lasten aller mitzutragen, damit wir als ein Volk und als eine Nation in voran kommen“.

Seit 2001 feiert der Wahl-Amerikaner immer am 11. September seinen zweiten Geburtstag. Am Tag, nachdem die beiden Flugzeuge in die Türme des New Yorker World Trade Centers krachten, sollte er im Restaurant „Windows oft he world“ auf der höchsten Höhe der Wolkenkratzer als Praktikant beginnen

VON WERNER SENZEL

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