Urkunde des Innenministers an Wolfgang Ochs

Sport-Coach für Flüchtlinge und Migranten in Bad Wildungen

Sport-Coach: Bürgermeister Ralf Gutheil (rechts) überreichte die Urkunde aus dem hessischen Innenministerium an Wolfgang Ochs. Foto: Conny Höhne

Bad Wildungen – Wolfgang Ochs ist Sport-Coach in Bad Wildungen. Bürgermeister Ralf Gutheil überreichte eine Urkunde des hessischen Innenministers Peter Beuth zur Berufung des 65-Jährigen.

„Es ist sehr erfreulich, dass Sie sich mit soviel Herzblut und Selbstverständlichkeit engagieren.“

Das Programm „Sport und Flüchtlinge“, in 2016 aufgelegt, unterstützt Städte und Gemeinden, in denen Vereine und Institutionen Sport- und Bewegungsangebote mit Flüchtlingen anbieten, um schnell und unkompliziert das Ankommen zu erleichtern. Sport-Coaches helfen bei der Koordination.

Ochs als Vorstandsmitglied des VfL und Motor des Vereins Via Flüchtlingshilfe engagiert sich seit 2013 in der Flüchtlingsarbeit und förderte vor allem die Integration durch Sportvereine. Sport öffne viele Türen, schaffe Kontakte und Freizeitausgleich. „Fußballregeln sind international, da gibt es keine Sprachbarrieren,“ nennt er ein Vorteil. Der Coach hilft bei der Kontaktsuche und hat ein wachsames Auge auf das Lebensumfeld. Wenn sich Probleme mit Ausbildung oder Schulabschluss abzeichnen, werde nach Möglichkeiten der Unterstützung gesucht. Da sei ein gutes Netzwerk gefragt. „Wir brennen dafür.“ Der Austausch weite auch den eigenen Blickwinkel auf kulturelle Unterschiede, die zum Beispiel beim Ramadan oder in der Fastenzeit der orthodoxen Christen deutlich werden. „Es gibt aber auch Rückschläge“, bekennt Ochs. Wenn Flüchtlinge nach intensiver Teilnahme plötzlich nicht mehr zum Training kommen oder das Interesse schwindet, sei der Frust auch bei den Übungsleitern oft groß.

Aus dem Fördertopf des Landes stehen diesmal 18 000 Euro zur Verfügung, informierte Pia Haase aus der Stadtverwaltung. Die Summe wurde kräftig aufgestockt. Grundlage dafür ist die neue Bemessungszahl von über 800 Flüchtlingen. „Vorher war diese Zahl stark rückläufig, weil diejenigen, die beim Job-Center geführt wurden, nicht mehr zählten.“ Die Zahl der Migranten sei indes weitaus höher, weil Kinder darin nicht erfasst seien. Das Geld soll für Übungsleiter, Fahrt- und Materialkosten verwendet werden. Künftig hat der Coach auch Kitas und Schulen im Fokus.

Kontakt: sport-coach@gmx.de oder Tel. 05621/4422.

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