Neubau oder Sanierung der Festhalle auf dem Schützenplatz geplant

Suchen nach neuem Festgelände in Bad Wildungen

Das Viehmarkts-Gelände auf einen Blick: Bleibt die Festhalle am Schützenplatz und wird saniert oder wird ein Neubau an anderer Stelle angestrebt? – Diese Diskussio n wurde im Finanzausschuss angestoßen. Fotos: Hans Blossey, Conny Höhne

Sie hat den Charme eines Maschinenschuppens, an ihren verwitterten Brettern nagt der Zahn der Zeit: Die Festhalle am Schützenplatz soll saniert werden oder einem Neubau weichen – vielleicht auch an anderer Stelle.

Bad Wildungen – Der Finanz- und Wirtschaftsausschuss des Stadtparlaments beriet zwei Varianten, die Markus Küster aus dem Stadtbauamt als ersten Diskussionsvorschlag ausgearbeitet hat.

Erste Pläne für zwei mögliche Varianten vorgestellt

Variante eins sieht einen Abriss und einen Neubau vor mit einer vergrößerte Nutzfläche in Richtung Westen. Die Baukosten werden auf 620 000 Euro geschätzt, dazu kommen die Unterkellerung für 80 000 Euro und Nebenkosten in Höhe von 150 000 Euro. Ein Abriss schlägt mit 50 000 Euro zu Buche. Gesamtkosten: 900 000 Euro.

Variante zwei geht von einer Sanierung im Bestand aus. Die Nutzfläche könnte von derzeit 660 auf 900 Quadratmeter erweitert, das Gebäude optisch aufgewertet und der Innenraum mit Industrieboden aufgepeppt werden. Durch Unterkellerung ließe sich ein 200 Quadratmeter großer Lagerraum gewinnen. Zum Talquellenweg hin sei ein eingeschossiger Neubau möglich. 

Sanierung teurer als ein Neubau

Eine Sanierung des Altbaus koste etwa 25 000 Euro mehr als ein Neubau. Ein Vorteil aus Sicht des Baufachmanns: „Hier kann man scheibchenweise erweitern und renovieren.“

Die Festhalle auf dem Schützenplatz. 

Bevor die Planungen für einen Nachfolgebau auf dem Viehmarkt-Gelände oder an anderer Stelle ins Detail gehen, müsse die spätere Nutzung klar sein. „Wenn man Hochzeiten oder Catering möglich machen will, steigen die Kosten ganz erheblich,“ erläuterte Küster.

Wildunger Viehmarktplatz auf dem Prüfstand

Wenn am aktuellen Standort festgehalten werde, dann sieht Bürgermeister Ralf Gutheil die Notwendigkeit, in einem Zuge den Viehmarktplatz umzugestalten. Die notwendigen Strom- und Wasseranschlüsse für alle Stände und Fahrgeschäfte seien problematisch und sehr aufwendig herzurichten. 

Zudem häuften sich Beschwerden über Lärm. Gutheil: „Diese Belange muss man ernst nehmen.“ Hinzu komme Frust über das Parkverhalten von Viehmarkt-Besuchern. „Das ist dreister geworden, einige möchten am liebsten direkt auf den Festplatz fahren.“

Prüfauftrag an Stadtverwaltung

Walter Mombrei (SPD) regte mit Blick auf die nahe Wohnbebauung an, über einen anderen Standort nachzudenken, um Ärger zu vermeiden. Denn damit habe die Stadt bereits hinreichende Erfahrungen gemacht, unter anderem beim Altwildunger Bürgerhaus.

Klaus Stützle (Grüne) dachte bei den Neubauplänen noch einen Schritt weiter: „Wenn wir Geld in die Hand nehmen, dann sollten wir uns über eine multifunktionale Halle Gedanken machen.“ Er brachte eine Eis- oder Scatingfläche in die Diskussion ein. Auf Antrag von Uwe Gimpel (CDU) wurde schließlich die Verwaltung beauftragt, den Neubau einer Halle an einem anderen Standort zu prüfen. Gleichzeitig soll geklärt werden, was die Ertüchtigung des gesamten Viehmarktsplatzes kostet.

Gutheil stellte abschließend klar: „Mir geht es nicht darum, den Viehmarkt mit dem Lichterfest zusammen zu legen.“

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