Mitreißendes Konzert mit viel Gefühl

"Folk im Park": Festival startet bei stürmischem Beifall in der Altwildunger Kirche

Musik zum Träumen mit geschlossenen Augen: Das belgische Duo „Belem“ mit Kathy Adam (Cello) und Didier Laloy (Akkordeon) eröffnete in der Altwildunger Philipp-Nicolai-Kirche das 24. Festival „Folk im Park“. Foto: Werner Senzel

Bad Wildungen-Altwildungen – Das Festival  „Folk im Park“ am Freitag in der Altwildunger Philipp-Nicolai-Kirche begann mit einem mitreißenden und sehr gefühlvollen Konzert. 

Es war ein „furioser“ Start für das Event, das vor 24 Jahren als „Folk im Schloss“ begonnen hat. Zum Glück wurde beim Umzug des Folk-Festivals von Schloss Friedrichstein in den Kurpark die alte Barockkirche als Eröffnungsort beibehalten, die eine besondere Stimmung ermöglicht.

Das Konzert stand unter dem Motto „Cello trifft diatonisches Akkordeon – das ist ein Nur-Knopf-Instrument, das lediglich für eine Tonart eingerichtet ist. Veränderungen können von exzellenten Instrumentalisten durch Druck oder Zug erreicht werden. Das belgische Duo „Belem“ beeindruckte mit Können und Spielfreunde. Benannt ist das Duo nach einem Pariser Seine-Dampfer, „der Name steht für Reisen, Freiheit und Liebe“, verrieten Kathy Adam (Cello) und Didier Laloy (Akkordeon). 

Seit 26 Jahren musizieren beide zusammen, zunächst in einem großen Ensemble und seit fünf Jahren als Duo „Belem“. Hausherr Pfarrer Christof Hartge und Veranstaltungsleiter Gereon Schoplick eröffneten den Abend, und Bürgermeister Ralf Gutheil freute sich über ein volles Haus in der Kirche, in der er getauft, konfirmiert und getraut wurde. Der Rathauschef kündigte einen musikalischen Hochgenuss an, und er hatte damit nicht zu viel versprochen.

Die Cellistin und der Akkordeonist präsentierten sich als perfekt harmonierendes Team mit nur selten anzutreffender Instrumental-Kombination. Wie groß die Seelenverwandtschaft der virtuosen Musiker ist, konnten die Konzertbesucher immer wieder akustisch und optisch erleben. 

Beide spielten mit Hingabe und vom ersten Takt an bis zum Schluss mit imponierendem Engagement und riesiger Spielfreude. Didier Laloy entlockte seinem Akkordeon mit fast akrobatischem Körpereinsatz immer wieder faszinierende Klangfarben, harmonisch begleitet oder solistisch ergänzt von der Cellistin Kathy Adam, die mit höchster Konzentration und feinem Gefühl von sich und ihrem Cello alles an Virtuosität und Kraft abverlangte.

 Immer wieder fiel während des außergewöhnlichen Konzertes das Gleichgewicht zwischen Details und der Gesamtwirkung der gespielten Werke auf. Auf dem Programm der zwei studierten Virtuosen stand eine bunte Mixtur verschiedener Musikrichtungen. Schoplick: „Da kann man Einflüsse der krummen Töne des Balkans hören, genauso wie von Walzer, Musette und auch von Johann Sebastian Bach“.

Gefallen haben auch eine Reihe von eigenen Kompositionen, etwa wenn Kathy Adam einem Werk „ihres Freundes“ Antonio Vivaldi eigene Noten hinzu- und eingefügt hat. Das hätte sicher „Freund Antonio“ genauso gut gefallen wie den begeisterten Konzertbesuchern. Mit stürmischem Beifall zum Schluss und einer Zugabe endete ein „furioser“ Festival-Beginn.

Von Werner Senzel

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