Erweiterung der neurologischen Frührehabilitation als erster Meilenstein

Bad Wildunger Fachklinik Fürstenhof  wird modernisiert

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Erster Meilenstein: Die erweiterte neurologische Frührehabilitation wurde eröffnet. 

Bad Wildungen – Zwei Millionen Euro investiert Asklepios aktuell in den Innenausbau der Fachklinik Fürstenhof.

Der erste von vier Bauabschnitten im zweiten Obergeschoss wurde nach neunmonatiger Bauzeit fertiggestellt. Erster Meilenstein der Modernisierung: Ein neuer Bereich für die Neurologische Frührehabilitation wurde eröffnet.

Die komplette Etage soll in 2021 von Grund auf überholt sein, erläuterte Klinik-Geschäftsführer Marc Reggentin. Ziel sei es, im Anschluss daran auch die weiteren Stockwerke des Fürstenhofs Zug um Zug zu sanieren. „Wir wollen mit diesem Umbau Zeichen setzen“, sagte der Klinik-Sprecher.

Das nahm Bürgermeister Ralf Gutheil als erfreuliches Signal auf, denn es seien derzeit immer wieder Stimmen laut geworden, die sich um den Fortbestand der Stadtklinik sorgten. Asklepios vernachlässige das Wildunger Krankenhaus, hieß es. Die aktuelle Investition in die Fachklinik Fürstenhof zeige das Gegenteil. Reggentin kommentierte dies nicht.

Im Bild Asklepios-Geschäftsführer Marc Reggentin, Bürgermeister Ralf Gutheil und Chefarzt Dr. Matthias auf dem Brinke beim symbolischen Durchtrennen des Absperrbandes.

Der Fürstenhof sei eines der wichtigsten Gebäude aus alten Kurzeiten und „Aushängeschild für Bad Wildungen“, betonte der Bürgermeister. „Hier sind Zaren, Kaiser und Fürsten ein- und ausgegangen.“ Beim Ausbau der historischen Bausubstanz wurde so weit es ging, der alte Charme erhalten, verwies Architekt Lars Elsasser (Borken) auf Stukkdecken im Flur oder Holzsprossenfenster in Arbeitsräumen.

„Der Modernisierungskurs wird zwar noch einige Zeit in Anspruch nehmen, aber mit dem Ausbau der neurologischen Station haben wir einen ersten Meilenstein erreicht“, sagte Reggentin in einer Feierstunde im Beisein der Mitarbeiter. Mit der Erweiterung der Frührehabilitation stelle sich die Klinik auf steigenden Bedarf ein. Reggentin: „Ein wertvoller Baustein, um eine unserer Kernkompetenzen weiter zu stärken.“

Für die Beeinträchtigungen während der Bauarbeiten überreichte er eine Torte als „Nervennahrung“ an die Mitarbeiter. Pflegedienstleiterin Jutta Wagner nahm sie gern entgegen und freut sich mit ihrem Team auf das moderne und hell gestaltete Arbeitsumfeld. Gestern zogen die ersten Patienten ein. Der zweite Bauabschnitt beginnt am 20. Mai und dauert rund ein Jahr. 

Fachklinik Fürstenhof reagiert auf steigende Nachfrage nach Krankenhausbetten

In der Neurologischen Frührehabilitation werden Patienten behandelt, die nach Unfällen oder Hirninfarkten schnellste intensivmedizinische Rehabilitation benötigen. Neurologische Erkrankungen wie Schlaganfälle, Epilepsien und Demenzen nehmen aufgrund des demografischen Wandels stetig zu. 

„Vor dem Hintergrund der wachsenden Nachfrage nach Krankenhausbetten zur Frührehabilitation in der Region und am Gesundheitsstandort Bad Wildungen haben wir das Versorgungsangebot entsprechend erweitert“, erklärte Dr. Matthias auf dem Brinke, Ärztlicher Direktor der Asklepios Kliniken in Bad Wildungen und Chefarzt der Neurologie im Fürstenhof. 

Die bisherige Kapazität wird auf 30 Betten verdoppelt. Dafür werden 15 bis 20 neue Mitarbeiter Zug um Zug neu eingestellt. 

Sieben Einzel- und Doppelzimmer für die Frührehabilitation entstanden im ersten Bauabschnitt. Dabei handelt es sich um so genannte „Phase B-Betten“ für Patienten mit schwersten Hirnfunktionsstörungen, die ganz oder überwiegend auf medizinische Versorgung angewiesen sind. Sie zurückholen ins bewusste Leben ist das Ziel. 

Die neuen Patientenzimmer sind besonders abgeschirmt von Lärm und Geräuschen aus der Umgebung, mit speziellem Licht und digitaler Technik ausgestattet, die auch elektronische Visite mit Laptop ermöglicht. Jedes Bett werde per Monitor überwacht, die wichtigsten Daten jedes Patienten sind für das Personal auf einem Blick auf einem großen Bildschirm im Flur zu sehen, erläutert Chefarzt Auf dem Brinke.

Vom Luxushotel aus alten Wildunger Kurzeiten zur Fachklinik Fürstenhof

Der Fürstenhof wurde im Jahr 1902 als Hotel eröffnet und erreichte schnell einen weltweit bedeutenden Ruf. Vor allem Angehörige des russischen Adels weilten einst während ihrer Kur in dem damaligen Luxushotel. Das Jugendstil-Gebäude erinnert mit seiner schlossähnlichen Fassade noch immer an den mondänen Badeort alter Wildunger Kur-Zeiten. 

Heute ist die Asklepios Fachklinik Fürstenhof in dem einstigen Hotel untergebracht. Das 221-Betten-Haus ist eine Fach- und Rehabilitationsklinik für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Gefäßerkrankungen, Neurologie, Atemwegserkrankungen und Psychosomatik. In der Klinik werden sämtliche Früh- und Anschlussrehabilitationen sowie Heilverfahren und Integrierte Versorgungsmodelle (IV) durchgeführt. Insgesamt 143 Mitarbeiter sind dort beschäftigt, davon 64 in der Neurologie.

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