Neue Parkgebührenordnung beschäftigt Parlament und Ausschuss

Parkschein in Bad Wildungen künftig auch per Handy zahlen

Parken in Bad Wildungen, wie hier in der Poststraße, soll einfacher werden. Foto: Höhne

Parken soll in Bad Wildungen einfacher werden. Eine neue Parkgebührenordnung ist in Arbeit, die eine leichtere Bedienung der Parkscheinautomaten und die Einführung des Handyparkens vorsieht.

Bad Wildungen – Parkscheinautomaten in der Kurstadt erzeugten für Unkundige oft Frust. Wer 30 oder 40 Cent einwirft, erhält keinen Parkschein. Den gibt es nur bei 10 oder 20 Cent oder bei einer Aufstockung auf 50 Cent. „Dies führte zu Irritationen oder sogar Fehlbedienung – auf jeden Fall zu Unzufriedenheit bei den Parkenden“, hieß es in der Begründung der Verwaltungsvorlage zur jüngsten Sitzung des Stadtparlaments.

Teure Tarife in stark frequentierten Bereichen

Künftig soll das Kleingeld keine Rolle mehr spielen. Denn es soll eine Parkgebühr eingeführt werden, die linear steigt und im Normaltarif 60 Cent die Stunde kostet. Bei starker Parkraumnachfrage ist ein teurerer Tarif vorgesehen – etwa in der Stöckerstraße und der Brunnenstraße zwischen Breiter Hagen und Poststraße. 

Gerade im „Scharnier“ kommen Parkverstöße häufig vor, täglich stehen Fahrzeuge im Fußgängerbereich, oft auch über der Klopfkante für Sehbehinderte. Für Anbieter von Handyparken war Bad Wildungen bisher uninteressant, weil für Kurzparker die Servicekosten zu den 10 Cent Parkgebühren die erste halbe Stunde in keinem Verhältnis zu dem Aufwand standen.

Beim Smartphone abrechnen nach tatsächlich verbrauchten Einheiten

Beim Zahlen via Smartphone werden die Gebühren nach tatsächlich verbrauchten Tarifeinheiten abgerechnet. Das bietet den Vorteil, dass kein Parkschein „nachgezogen“ werden muss, wenn die Parkzeit abgelaufen ist – wie das etwa bei Arztbesuchen oder Einkauf häufig der Fall ist.

In Edertal und Waldeck ist dieselbe App im Gespräch

Für das Handyparken kommen mehrere Varianten infrage. Die Stadtverwaltung schlägt die App Parkster vor, die auch die Stadt Waldeck und die Gemeinde Edertal favorisieren – als einheitliches Park-Netzwerk in der Erlebnisregion Edersee. Für Nutzer fällt keine Transaktionsgebühr an, gezahlt wird per Rechnung. Weil noch einige Fragen zu klären sind, wurde die Parkgebührenordnung zur Beratung an den Planungsausschuss verwiesen.

Bürgermeister Ralf Gutheil verwies auf stark angestiegene Zahlen neu zugelassener Pkw in Wildungen. „In der Masse sind die Parkplätze nicht mit gewachsen. Und gerade in Reinhardshausen ist es momentan sehr problematisch, vernünftig zu parken.“

Über Tarifzonen nachdenken

Bei den Diskussionen im Parlament forderte Sabine Moering (Linke), auch Reinhardshausen in die Gebührenordnung einzubeziehen und Sparparkbezirke auszuweisen. Bürgermeister Ralf Gutheil entgegnete: „Diese Möglichkeit besteht schon und soll auch nicht abgeschafft werden.“

 Diskussionsbedarf meldete Hubert Schwarz (CDU) bei den Tarifzonen an. „Da müssen wir uns nochmal Gedanken machen.“ Zum Handy-parken wünschte er weitere Informationen und beantragte die Überweisung an den Planungsausschuss. 

Für die SPD sagte Wolfgang Nawrotzki: „Wir begrüßen die Initiative der Verwaltung, die Bedienbarkeit der Parkscheinautomaten zu verbessern und das Handyparken einzuführen.“ Die Gebühren seien immer noch „sehr, sehr günstig und benutzerfreundlich“. Ein Lob zur Vorbereitung der Sitzung erteilte Georg Wackerbarth (CDU) der Verwaltung: „Ich habe selten so gute Unterlagen bekommen, alles ist sehr gut durchdacht.

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