Fliesen bröckeln am Becken

Finanzspritze für das Bad Wildunger Freibad

Sanierungsfall: Die Verkleidung des Beckenkopfs am Bad Wildunger Freibad ist marode. Das Wasser im großen Schwimmbecken wird in den nächsten Tagen abgelassen, damit die Arbeiten beginnen können. Foto: Conny Höhne

Erneut ist für das in die Jahre gekommene Heloponte-Schwimmbad eine kräftige Finanzspritze nötig.

Bad Wildungen –Diesmal ging es in der Stadtverordnetenversammlung um 70 000 Euro. Soviel kostet die Sanierung des maroden Beckenkopfs im Freibad. Ohne diese Investition müsste das Bad still gelegt werden, bis das geplante Heloponte II in einigen Jahren in Betrieb geht, stellte Betriebsleiter Hans-Jürgen Kramer klar.

Der Beckenkopf ist der Teil im Schwimmbad zwischen der Wasserfläche und dem Umlaufgang, auf dem sich Besucher zu Fuß bewegen. Aufgefallen ist der Sanierungsbedarf bei den vor Saisonbeginn üblichen Fliesenarbeiten am Beckenumgang. Dafür hatte der Magistrat bereits im März über 15 000 Euro frei gegeben. Statt der der geriffelten Umrandungs-Fliesen sollte diesmal aber das völlig marode Mörtelbett darunter ausgetauscht werden.

Allein  Materialkosten bei 36 000 Euro

Bei den Abbrucharbeiten zeigte sich am 21. April, dass auch die den Beckenrand begrenzenden Formfliesen wegen des maroden Untergrunds abzubrechen drohten. Kramer: „Somit war klar, dass alle den Beckenkopf verkleidenden Fliesen bis zur Überlaufrinne entfernt werden müssen.“ Allein die Materialkosten belaufen sich auf 36 000 Euro rechnete Kramer in der öffentlichen Parlamentssitzung am Montagabend in der Wandelhalle vor. Der Magistrat hatte darüber bereits beraten und sich eindeutig für eine Instandsetzung aus gesprochen.

Schwimmbad mindestens noch drei bis vier Jahre nutzen

Das Heloponte soll mindestens noch drei bis vier Jahre genutzt werden. Wegen der erheblichen wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise für den städtischen Haushalt könnte es sogar noch länger dauern. Die Frage nach einer sicheren Finanzierbarkeit für das Heloponte II mit über 30 Millionen Euro steht aktuell in den Sternen. Voraussichtlich im vierten Quartal 2020 wird in der Stadtverordnetenversammlung über das Raumkonzept eines Nachfolgebaus entschieden.

Nicht mehr investieren in den Altbau und warten auf das Helo II hielt Kramer für keine Alternative. Eine Freibad-Ruine schade dem Image der Gesundheitsstadt und sei gerade im Zuge der Corona-Pandemie ein fatales Signal. „Wenn Lockerungen kommen und viele Menschen nicht mehr in Urlaub fahren, wäre es gut, hier ein Freibad vorhalten zu können“ warb er um Zustimmung für die Investition. Ein kleiner Lichtblick: Mit der Erneuerung der kompletten Beckenkopf-Verkleidung werden die jährlichen Fliesenreparaturen auf absehbare Zeit entbehrlich.

Ziel: Im Sommer wieder öffnen

Die Stadtverordneten ließen sich überzeugen. Ohne weitere Diskussion segneten sie die Kosten für die Sanierung einstimmig ab. Schwimmbadchef Kramer zeigte sich rückblickend erleichtert: „Man kann durchaus von Glück sprechen, dass es bisher beim laufenden Badebetrieb zu keinen Abbrüchen auf der Badewasser-Seite gekommen ist.“

Unterdessen sind Mitarbeiter unermüdlich im Heloponte im Einsatz, um Reparaturen und andere Arbeiten im geschlossenen Bad zu erledigen, die sonst unter laufendem Betrieb oder während der vierwöchigen Schließung vor der Sommersaison zu kurz kommen. Ziel ist es, das Bad zu öffnen – wenn es die Lockerungen im Zuge der Coronakrise zulassen..

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