Der zweite Satz ist Bad Wildungen gewidmet

Christoph Jarkow komponiert: "Mein Waldeck - eine Heimatsinfonie"

Komponiert „Mein Waldeck – eine Heimatsinfonie“: Christoph Jarkow, einer der besten Dirigenten von Blasorchestern in der Region. Foto: Werner Senzel

Bad Wildungen – Christoph Jarkow wagt sich an ein besonderes Werk - er komponiert eine Sinfonie auf die Heimat. 

Musik ist seine große Leidenschaft: Christoph Jarkow erlernte schon als Kind verschiedene Instrumente, absolvierte später Kurse an Bläserakademien und bei der Landesmusikjugend Hessen. Er ist Dirigent und Komponist. Aktuell arbeitet er an einem neuen Werk: Eine sinfonische Tondichtung mit dem Titel „Mein Waldeck – eine Heimatsinfonie.“

Die Idee trägt er schon lange mit sich herum, jetzt hat er sie in Noten umgesetzt. „Das Komponieren ist eine Freizeitbeschäftigung, der ich nur bei Lust und Laune nachgehe“, sagt der Musiker. Franz Gerstbrein, einer der besten deutschen Arrangeure für Blasmusik, machte ihm Mut, diesen Traum zu verwirklichen.

Der Musiker legte los. Sein Werk – inzwischen weit fortgeschritten – ist in drei Sätzen aufgebaut. Der zweite Satz ist Bad Wildungen gewidmet. Er ist bereits aufführungsreif, komplett durcharrangiert, und alle Stimmen sind gesetzt. Unter dem Titel „At the springs – Impessions of a historic town“ beschreibt er mit künstlerischer Freiheit, wie die Wilde entspringt und in und um die Badestadt fließt. An verschiedenen Stationen hält sie musikalisch inne, etwa in Szene vier beim „Spaziergang im Park“ für die die Spielanweisung „spielerische Leichtigkeit“ vorsieht, während für Szene 11 „Schloss Friedrichstein“ majestätischer voller Tuttiklang erklingen soll. Szene 14 beschreibt das Jazzfestival, wo sich Schlagzeugpassagen mit trickreichen Bläsereinwürfen in rhythmisch anspruchsvollen Passagen abwechseln. In der letzten Szene 15 „Fließt die Wilde in die Ferne.“

Christoph Jarkow: „Der Arrangeur hat genau den musikalischen Charakter getroffen, den ich mir vorgestellt habe.“ Die Partitur von „At the springs“ ist aus der sinfonischen Tondichtung heraus als Einzelwerk zu spielen – „etwa wie Smetanas „Moldau“. Der erste Satz trägt den Titel „Mein Waldeck – von Bergen, Tälern und Sagen“ und nimmt das „Waldecker Lied“ als immer wieder kehrende Melodie auf. Musikalische Ausflüge führen zur Alphornmesse in Willingen, zu steilen Pisten und Hängen. Und dann klingt es traurig und düster, wenn die Zerstörung der Sperrmauer in die Musik einfließt. Gelöster wird die Stimmung mit der Beschreibung von Edersee-Atlantis und Schloss Waldeck.

Für den dritten Satz, an dem Jarkow noch arbeitet, steht schon das Gerüst, darin geht es um Korbach mit seiner mittelalterlichen Hanse, Barock in Bad Arolsen und um Frankenberg und seine Sehenswürdigkeiten.

Jarkows sinfonische Dichtung ist in drei Sätzen mit einer Spieldauer von jeweils 20 Minuten angelegt, ein Werk, wie es in der Blasmusik nur selten zu finden ist. Der Traum des Komponisten wäre eine Gesamtaufführung in Bad Wildungen mit ihm als Dirigenten. Das Problem sei es, ein Orchester zu finden, das die richtige Besetzung hat und den Schwierigkeitsgrad spielen kann. „Das Oberstufenwerk benötigt für den Klang das volle Instrumentarium eines sinfonischen Blasorchesters.“ Jarkow spielt mit dem Gedanken, ein Projektorchester auf Oberstufenniveau ins Leben zu rufen.

Christoph Jarkow stammt aus Willingen. Er wurde Veranstaltungskaufmann und organisierte in einer Agentur unter anderem Konzerte und betreute Künstler auf Tourneen.

 Seit 2008 ist er Mitarbeiter bei der Staatsbad-Marketingabteilung und inszenierte als staatlich geprüfter Pyrotechniker einige Großfeuerwerke mit Musik. An der Deutschen Bläserakademie hat Jarkow 2017 die Dirigat-Prüfung abgelegt. 

Er leitete das Neustätter Jugendblasorchester, dessen Dirigent und Ausbilder er heute ist, dirigiert den Musikzug der Freiwilligen Feuerwehr Bad Wildungen und leitet die Stadtkapelle Frankenberg. Zudem komponierte er eine Reihe von Werken, darunter stilübergreifende Variationen 

für Konzertband und Schlagzeug, mit der Suite „Schatzjagd“ in sieben Sätzen, mit Märschen, Polkas, Walzern und auch mit Irish Folkrock – „Celtic Celebration“

VON WERNER SENZEL

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