Jugendlichen fehlt ein geeigneter Treffpunkt

Partys in Bad Wildungen: Beschwerden über Lärm und Alkoholkonsum

Lautstarke Partys werden am Bunker in der Poststraße in Bad Wildungen gefeiert. Dieser Bereich habe sich zu einem beliebten Treffpunkt verschiedener Gruppen von Jugendlichen entwickelt, darauf machte Marc Vaupel (CDU) im Stadtparlament aufmerksam.

Bad Wildungen – Anlieger des Bunkers in der Poststraße hätten seine Fraktion angeschrieben und berichteten von Alkoholkonsum und Lärm. „Es ist ein unhaltbarer Zustand.“Polizei und Ordnungsamt seien informiert, sagte Vaupel. Er forderte Bürgermeister Ralf Gutheil auf, sich der Sache anzunehmen. „Es muss doch gelingen, dass wir einer kleinen Gruppe von Ruhestörern Herr werden und die in die Schranken weisen.“

Die Schreiben von verärgerten Anliegern gingen an jede Fraktion, aber auch an Stadtverwaltung, Landkreis und Polizei, merkte Gutheil an. Das Problem sei bekannt. Manchmal fünf, bisweilen aber auch 50 und mehr Jugendliche unterschiedlicher Gruppierungen kämen dort zusammen, um sich zu treffen und zu feiern.

Zusammenarbeit mit Jugendlichen in Bad Wildungen schwierig

Gutheil: „Es ist schwierig, diese Jugendlichen zu erreichen.“ Mit einer Gruppe sei es gelungen, Kontakt aufzunehmen, um im Gespräch zu klären, was ihnen in Bad Wildungen fehle. Zeitgleich lief ein Workshop in der Wandelhalle, wo Jugendliche des Gymnasiums ihre Wünsche für eine lebenswerte Badestadt formulierten. Gutheil brachte deren Wünsche auf den Punkt: „Sehr kurz gefasster O-Ton: Es fehlt den Jugendlichen in Bad Wildungen ein Raum, wo sie feiern können, wo sie abchillen und wo sie Alkohol trinken können.“

Die Stadt habe daraufhin einen Raum als Treffpunkt angeboten. Aber es wurde nichts daraus, weil sich keine Erwachsenen fanden, die bereit waren, per Unterschrift die Verantwortung übernehmen.

Eine andere Jugendgruppe sei selbst initiativ geworden und habe um ein Gespräch im Rathaus gebeten. Das sei leider nicht zustande gekommen. Die jungen Leute „sind dem Termin überhaupt nicht gefolgt, obwohl sie uns selber angeschrieben haben.“

Der Bürgermeister spricht sich für eine Kooperation mit Landkreis und Polizei aus. „Wir bräuchten vielleicht einen Streetworker.“ Die Streetworker des Kreises seien aber derzeit in Korbach und Bad Arolsen eingesetzt.

In Bad Wildungen wurde der frühere Jugendhausleiter Manuel Schmidt zum Jugendkoordinator ernannt, der sich intensiv mit dem Thema beschäftigen soll. Der freiwillige Polizeidienst gehe bei seinen regelmäßigen Streifen auch gezielt an diesen Brennpunkt in der Poststraße, sagte Gutheil abschließend.

Hier befindet sich der Bunker an der Poststraße:

Rubriklistenbild: © Symbolfoto: Michael Gottschalk/ddp

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