Thema im Stadtparlament

Bad Wildungen: Rundgang des Magistrats offenbart desolaten Zustand des Kurhauses

Trostlos: Ein Rundgang durch das Kurhaus brachte für den Magistrat ernüchternde Erkenntnisse. Foto: Stadt Bad Wildungen/pr

Bad Wildungen – Bröckelnder Putz, zersplitterte Fensterscheiben, feuchte Decken und jede Menge Scherben auf dem Boden – diesen trostlosen Zustand aus dem Inneren des Kurhauses dokumentierte Bürgermeister Ralf Gutheil in der Stadtverordnetenversammlung am Montagabend anhand zahlreicher Fotos.

Entstanden sind die Aufnahmen bei einem Rundgang des Magistrats durch das Gebäude an der Langemarckstraße.

Allein mit Grundreinigung und neuem Anstrich könnte das Kurhaus nicht mehr aktiviert werden, bescheinigte er Kritikern. „Es ist durch Feuchtigkeitsschäden stark in Mitleidenschaft gezogen, durch Vandalismus und mehrere Einbrüche.“

Eine frühere Kostenschätzung sei heute nicht mehr haltbar, urteilte der Bürgermeister. „Das Parkdeck sieht noch am besten aus.“ In das Kurhaus noch zu investieren, um es wieder mit Leben zu erfüllen sei „wirtschaftlicher Selbstmord“ meinte Gutheil am Montagabend in der Wandelhalle. Hinzu kämen veraltete Technik und die nicht barrierefreien Räume. Der Zutritt ins Kurhaus werde keinesfalls mehr gestattet, „weil immer die Gefahr besteht, dass was von der Decke fällt“, merkte der Bürgermeister nachdrücklich an. „Erschreckend, wie schnell ein so edles Gebäude verfällt.“

Aufnahmen aus der Beamer-Show, die den wenig erfreulichen Zustand der einstigen Vorzeige-Immobilie abbildeten, überraschten Zuschauer und Stadtverordnete. Günter Wackerbarth (CDU) machte seiner Enttäuschung Luft: „Wenn die Stadt so ein Objekt hat und lässt es so vergammeln, ist das schlimm. Das darf nicht noch mal passieren“.

Hinsichtlich einer geplanten Hotelentwicklung auf dem Kurhaus-Areal seien inzwischen drei „Letters Of Intent“ im Rathaus vorgelegt worden, erläuterte der Bürgermeister. Eine dieser Absichtserklärungen komme vermutlich in die enge Wahl. „Ich gehe davon aus, dass wir Anfang diesen oder nächsten Monats nähere Ergebnisse präsentiert bekommen,“ informierte Gutheil in der öffentlichen Sitzung.

Die Kosten für eine Wiederinbetriebnahme des Kurhauses wurden in 2015 auf 5,2 Millionen Euro geschätzt. Eine andere Schätzung sah nur für die Reaktivierung der Tiefgarage Investitionen in Höhe von 1 Million Euro vor.

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