Vereinbarte  Frist ist am 30. April verstrichen

Bad Wildungen: Hotelpläne auf Kurhaus-Gelände in der Warteschleife

Geduld auf die Probe gestellt: Die Frist ist abgelaufen – getan hat sich aber noch nichts beim Kurhaus in der Langemarckstraße. Foto: Conny Höhne

Die Projektentwicklung und der Verkauf des Kurhaus-Areals sind lange noch nicht auf der Zielgeraden. Es ist weiterhin Geduld gefragt. 

Bad Wildungen – Beim üblichen Sachstandsbericht, den Bürgermeister Ralf Gutheil wie immer in der Stadtverordneteversammlung erläuterte, herrschte dicke Luft im Parlament.

"Letter Of Intent" ist  abgelaufen

„Am 30. April war das Datum, an dem alles unter Dach und Fach sein sollte“, sagte Dr. Hans Schultheis (FWG) in der öffentlichen Sitzung in der Wandelhalle. An diesem Tag sollte der Vertrag unterzeichnet sein, doch das geschah nicht.

Der „Letter Of Intent“ ist seit knapp einer Woche abgelaufen. Diese schriftliche Absichtserklärung hat die Stadt mit Projektentwicklern für ein Hotel abgeschlossen. Sie hatten bis dahin Zeit, einen Kaufvertragsentwurf vorzulegen. Der „LOI“ ist eine Garantie, dass die Stadt während der Laufzeit nicht mit anderen etwaigen Interessenten für das Grundstück verhandelt.

 Diese Frist wurde mehrfach verschoben, zuletzt vom 31. Dezember auf den 30. April. Jetzt lässt die Corona-Pandemie, unter der die Hotelbranche besonders leidet, ein Wildunger Projekt in weite Ferne rücken.

Nach Jahren des Hinhaltens sei es nun an der Zeit, die Vorgehensweise zu ändern, meinte Schultheis. Er schlug vor, ein Gremium zu gründen, das sich allein mit dem Kurhaus-Areal beschäftigt, um dort städtebauliche Dinge auf den Weg zu bringen.

Keine weitere "Endlosgeschichte" 

Das hieße aus Sicht von Bürgermeister Ralf Gutheil, den Kurhaus-Investor vor den Kopf zu stoßen, der 25 Millionen Euro in Bad Wildungen investieren wolle. Auch wenn die Frist verstrichen sei, beteuere der Investor weiterhin sein Interesse. Er wolle zunächst die Entwicklung auf dem Finanzmarkt abwarten und vor Ende der Sommerpause nichts  entscheiden.

 Ein Gremium, das Ideen entwickele, sei überflüssig. „Unabhängig davon kann sich jeder in diesem Haus Gedanken machen.“

Zähneknirschend machte Klaus Stützle (Bündnis 90/Grüne) seiner Enttäuschung Luft: „Uns allen brennt was unter den Fuß- und Fingernägeln. Wir können uns eine weitere Endlosgeschichte wie bei Heloponte, Parkhöhe, Haus Oestreich – was die Außenwirkung angeht – nicht mehr erlauben.“ Es sei an der Zeit, endlich Nägel mit Köpfen zu machen.

„Mir dauert es auch zu lange, bis etwas entschieden oder entwickelt wird“, gab Gutheil unumwunden zu. Die Parkhöhe habe die Stadt allerdings nicht zu verantworten. „Hier ist es ein privater Investor, darauf haben wir keinen Einfluss.“

Eine Abstimmung erfolgte nicht, in der Sitzung ging es nur um den aktuellen Kenntnisstand zur Entwicklung des Neuen Kurhauses.

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