Festkommers mit Programm

975 Jahre Mandern: So hat der Wildunger Stadtteil sein Dorfjubiläum gefeiert

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Der Musikverein Mandern eröffnete den musikalischen Reigen. 

Bad Wildungen-Mandern – Das 975. Dorfjubiläum wurde am Wochenende in Mandern gefeiert. Höhepunkt war ein Festkommers im voll besetzten Dorfgemeinschaftshaus.

„Wenn wir heute durch Mandern gehen, können wir noch viele Zeugnisse der Vergangenheit sehen“, sagte Bürgermeister Ralf Gutheil. Im Januar 1973 wurde die bis dahin selbstständige Gemeinde in die Stadt Bad Wildungen eingemeindet.

Auf die Zeit der Gebietsreform in Hessen blickte auch Ortsvorsteher Mathias Biederbeck zurück. Während der Verhandlungen habe sogar der Bau einer Mehrzweckhalle und eines Schwimmbades im Ort zur Debatte gestanden. „Während über das Heloponte noch diskutiert wird, stehen wir hier in Mandern für ein Schwimmbad bereit“, bescheinigte Biederbeck beim Jubiläum des 646-Einwohner-Dorfs. Der Ortsvorsteher dankte den vielen Helfern und wies auf die „sehr gelungene Bilderausstellung“ hin: „Wir haben gemeinsam im Organisationsteam eine Vereinsdarstellung vom Dorf und für das Dorf geplant.“

Anerkennung für den prächtigen Blumenschmuck zollte Landrat Dr. Reinhard Kubat. „Sie dürfen voller Stolz so ein schönes Jubiläum feiern,“ rief er den Mandernern zu. Einen Wunsch nannte Kubat: „Nehmen sie sich der älteren Generation an und behüten sie die Kinder. Es ist das Wichtigste, was uns zusammen hält.“

Thomas Raue, Bürgermeister der Gemeinde Habichtswald, führte durch das Programm. „Ich bin ein alter ‘Mängerscher‘ und habe hier in Mandern das Laufen gelernt,“ bekundete er seine Heimatverbundenheit. Unter den Gästen begrüßte er auch die früheren Bad Wildunger Bürgermeister Dr. Albrecht Lückhoff und Reinhard Grieneisen.

 Hans Georg Schrauf stellte die Geschichte des Ederdorfes vor und erinnerte an die Cholera vor 170 Jahren. Einer seiner Vorfahren war der erste Cholera-Tote im Dorf. 1884 wurde die Eisenbahn in Anwesenheit des Fürsten Georg Victor eingeweiht. „Von nun an konnten die Manderner auch die große weite Welt bereisen“, sagte Schrauf. Ein Kurzfilm der Waldecker Bank zeigte mit beeindruckenden Luftaufnahmen „Mandern von oben“. An der Jubiläumsfeier beteiligten sich alle Vereine des Dorfs.

Musikalisch begrüßte der 1960 gegründete Musikverein Mandern, der vor drei Jahren mit dem Musikverein Dorla fusionierte, die zahlreichen Gäste mit volkstümlichen Weisen. Seit 20 Jahren ist Jörg Ewald Vereinsvorsitzender und zugleich auch musikalischer Leiter. 

„Neben Köln, Düsseldorf und Mainz ist Mandern eine Hochburg des Karnevals“ – stellte Moderator Thomas Raue den Manderner Carneval Club (MCC) vor, in dem 63 Kinder und Erwachsene aktiv sind. Vorsitzender Bruno Glombiewski sagte schmunzelnd: „Am 11.11. gerät alles außer Rand und Band.“ Als Beweis gab die Kindergarde eine flotte Tanzeinlage. 

Auf eine musikalische Reise begab sich der Projektchor unter Regie von Heidi Lorenz mit „Hoch auf dem gelben Wagen“ und „Fährt der alte Lord fort“. Der Chor trat an die Stelle des Gesangvereins, der beim Sängerbund abgemeldet ist, aber als Verein noch besteht. Hildegard Kraft, die 55 Jahre aktiv war, appellierte: „Kommt alle zum Singen, meldet euch an, dann machen wir wieder weiter.“ 

Einen Sketch zur Geschichte des Fördervereins Kirche führten Pfarrer Hubertus Marpe und der frühere Ortsvorsteher Heinz-Alfred Müller auf. Die Arbeiten an der Katharinenkirche sind inzwischen abgeschlossen. Marpe: „Die Renovierung hat sich gelohnt. Mir macht es richtig Spaß, hier Gottesdienst zu feiern.“

 Die Radfahr- und Wandergruppe unter Leitung von Ernst Adolf Möller besteht aus acht bis zehn Mitgliedern und trifft sich jeden Donnerstagvormittag.

 „Wir für Mandern“, geleitet von Heino Weber, kommt jeden zweiten Freitag im Monat zu einem Arbeitseinsatz zusammen. 20 Männer sind aktiv, der Älteste ist 86 Jahre alt. 

Die Feuerwehr präsentierte historische Uniformen und verwies auf die neu gegründete Kinderfeuerwehr. Michael Reinhard, zweiter Vorsitzender der Feuerwehr, gab einen kurzen Rückblick auf die Geschichte und verriet seine Motivation. „Man hat ein gutes Gefühl, den Mitmenschen zu helfen und immer neuen Herausforderungen gestellt zu sein.“ 

Den 1952 gegründeten Sportverein stellte Vize-Vorsitzender Mario Heidenreich vor: „Von Anfang an war die Jugendarbeit ein wichtiges Thema für uns.“ Unter den Gästen begrüßte er zahlreiche ehemalige Spieler sowie mit Ludwig Ritte und Alfred Höhne zwei Vereinsgründer. 1986 wurden die Manderner erstmalig Sieger im Waldecker Pokal. Die Zumba-Gruppe des Sportvereins unter Leitung von Yvonne Winter gab  einige Kostproben ihres Könnens. 

Bei Musik und Tanz mit DJ Ronny wurde bis weit in die Nacht hinein gefeiert

VON JÖRG SCHÜTTLER

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