Parlament packt Herkules-Aufgabe an der Itzel an

Bad Wildungen: Neue Chance für Einkaufsmarkt auf dem Molkerei-Gelände

Neuer Anlauf: Die FWG drängt auf Änderung des Baurechts, um einen Einkaufsmarkt auf dem ehemaligen Molkerei-Gelände zu ermöglichen. ARCHIVFoto: Conny Höhne

Bad Wildungen – Ein Einkaufsmarkt in der Molkerei-Ruine scheint nicht mehr abwegig.

Die Stadtverordnetenversammlung griff am Montagabend überraschend nach dem Strick, um eine der ältesten Kühe der Stadtpolitik vom Eis zu führen: Die FWG servierte mit einem Antrag zur Änderung des Bebauungsplans in der Itzelstraße nach längerer Zeit wieder den Zankapfel im Parlament. Statt der erwarteten heftigen Scharmützel kamen überraschend positive Signale von allen Fraktionen.

Die Molkerei verfalle zur Bauruine, und Bad Wildungen sei als Einkaufsstadt längst von anderen Städten und Gemeinden im Umfeld abgehängt, sagte Horst Reis (FWG). Er warb um Unterstützung, den Bebauungsplan so anzupassen, dass ein Einkaufsmarkt realisiert werden kann. Das scheiterte bisher an den großen Fraktionen, die mit Rücksicht auf die Innenstadtentwicklung eine weitere Konzentration an der Itzelstraße ablehnten. Das ist auch Thema des aktuellen Einzelhandelsgutachtens.

Im Stadtparlament zeigten sich die Fraktionen offen für eine neue Überprüfung der Sachlage. Auf Antrag der SPD wurde das Thema zur weiteren Beratung an den Planungsausschuss verwiesen. Dafür stimmten 21 Abgeordnete, bei sieben Gegenstimmen und zwei Enthaltungen. Das Gremium packt mit Neubewertung der Stadtplanung und Wildunger Liste eine Herkules-Aufgabe an.

 Bürgermeister Ralf Gutheil steht nach eigenen Worten in Kontakt mit Edeka. Das Unternehmen hatte das Gelände vor Jahren erworben, und peilt einen Umzug des Herkules-Markts von der Odershäuser Straße an die Itzel an, der bisher an der politischen Weichenstellung scheiterte. Ergebnis zweier aktueller Treffen: „Edeka hält an seinen Bauplänen fest.“ Das Unternehmen habe aber kein Interesse, einen Markt zu bauen mit Wohnraum im oberen Geschoss. Dies rechne sich nach Angaben des Investors nicht. 

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