Soroptimistinnen und Stadt unterstützen UN-Kampagne

Bad Wildungen: „Orange Days“ als Signal gegen Gewalt an Frauen

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„Orange Days“ in Bad Wildungen: Anne Holler, Kira Hauser. Dr. Mechthild Hessbrüggen und Stefanie Gimpel (von links) vom Bad Wildunger Club Soroptimist International, Bürgermeister Ralf Gutheil, Sozialamtsleiterin Annette Lambertz und Irina Gebel vom Frauenhaus. Auf Initiative des SI-Clubs wird die Wasserwand der Wandelhalle bis zum 11. Dezember beleuchtet als Signal gegen Gewalt an Frauen . 

Die Wasserwand der Wandelhalle leuchtet bis zum 11. Dezember in der Farbe Orange – es ist eine Aktion gegen Gewalt an Frauen.

Auf Initiative des Frauenserviceclubs Soroptimist International finden erstmals „Orange Days“ in Bad Wildungen statt. Bürgermeister Ralf Gutheil nahm die Anregung gern auf, einen besonderen Platz symbolisch anzustrahlen: „Es ist wichtig, öffentlich ein Signal zu setzen.“

SI-Präsidentin Kira Hauser verweist auf eine UN-Kampagne gegen Gewalt an Frauen. Im Durchschnitt wird weltweit jede dritte Frau Opfer von Gewalt: Schläge, Vergewaltigung, Kindesmissbrauch, Zwangsheirat, Stalking, Cyber-Belästigung, sexuelle Ausbeutung, weibliche Genitalverstümmelung, Kinderhochzeit.

Weltweit größtes Frauennetzwerk unterstützt UN

Unter dem Slogan „Orange the World – Stand up for Women” unterstützen die Soroptimistinnen als weltweit größtes Frauennetzwerk die UN-Kampagne und machen international auf Benachteiligung von Frauen, Gewalt und Verletzung der Menschenrechte aufmerksam. Gebäude werden beleuchtet, es gibt Veranstaltungen zu dem Thema, um das Bewusstsein zu schärfen. Orange ist das gemeinsame Erkennungszeichen.

Gewalt gegen Frauen sei in einer wechselnden Gesellschaft mit starker Zuwanderung besonderes Thema, merkte der Bürgermeister an. „Es erschreckt mich, was für ein mittelalterliches Frauenbild in einigen Ländern teilweise noch vorherrscht.“ Dagegen heiße es aktiv einzutreten. Die Aktion „Orange Days“, die am Internationalen Tag der Gewalt gegen Frauen begann, sei dazu ein wirkungsvoller Beitrag.

Knappes Wohnungsangebot kritisiert 

Am Start der Aktion nahm auch Irina Gebel vom Bad Wildunger Frauenhaus teil. Die Einrichtung mit zurzeit 24 Plätzen ist voll belegt, sagte Sozialamtsleiterin Annette Lambertz. Zwischenzeitlich fanden zahlreiche Flüchtlingsfrauen dort Unterschlupf, das Verhältnis habe sich aber inzwischen wieder normalisiert. „Ein Problem ist aber das knappe Angebot an Wohnungen.“ 

Die Stadt Bad Wildungen ist auch am „Runden Tisch häusliche Gewalt“ vertreten, wo Hilfen für Betroffene und Strategien zur Vermeidung von Gewalt entwickelt werden, sagte Lambertz.

Hilfe und Unterstützung für Gewaltopfer in Bad Wildungen und Waldeck-Frankenberg

Ein Faltblatt mit Informationen für Frauen in Gewaltsituationen im Landkreis Waldeck-Frankenberg zeigt Hilfsangebote für Betroffene auf. 

Beratung und Unterstützung gibt es unter anderem bei Polizei, Frauenhaus Bad Wildungen, Beratungsstelle „Lautstark“ für minderjährige Opfer, Interventionsstelle gegen häusliche Gewalt, Frauenberatungsstelle, Frauenbüro, Beratungsstelle für Ehe-, Familie- und Lebensfragen. 

Hilfe gewähren auch Weißer Ring, Deutscher Kinderschutzbund, Jugendamt Korbach/Frankenberg, Diakonisches Werk Waldeck-Frankenberg, Telefonseelsorge und Kasseler Hilfe (Opfer- und Zeugenberatung). Ein Hilfetelefon Gewalt gegen Frauen hat das Bundesfamilienministerium eingerichtet. Die Nummer lautet: 0800/70116016. 

Kontakt im Wildunger Rathaus für ausführlichere Informationen: Sozialamtsleiterin Annette Lambertz, Tel. 701350 

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