Konzept für Einzelhandel in der Innenstadt

Bad Wildungen: Projektentwickler stellen Ideen für  Bebauung des Parkplatzes Brunnenallee 1 vor

Richtungsweisend? Ob dieses Prädikat auf einen der beiden am Donnerstag vorgestellten Vorschläge zum Bebauen des Parkplatzes Brunnenallee 1 zutrifft, wird sich zeigen. Beide brauchen weitere Grundstücksflächen: Hinter der Wackerbarth-Passage soll ein langer Durchgang zum Flanieren bis hindurch zum Breiten Hagen entstehen. Beide Konzepte beziehen den Parkplatz und die Wiese vom Nationalparkamt ein. Das zweite Konzept schlägt überdies den Abriss von Sparkassen- und Woolworth-Gebäude zugunsten eines Neubaus vor. Fotos: Schuldt

Bad Wildungen – Die Abgeordneten im Planungsausschuss gerieten am Donnerstag im Rathaus zeitweise ins Staunen: Zwei Projektentwicklungs-Gruppen präsentierten ihre Ideen für ein Bebauen des Parkplatzes Brunnenallee 1 mit Einzelhandel.

Allerdings beschränkten sich beide nicht auf dieses städtische Grundstück. Sie waren sich einig darin, dass der Parkplatz des Nationalparkamtes mit der dazugehörigen Wiese für eine gute Lösung angekauft und einbezogen werden sollte.

Beiden Vorschlägen gemeinsam ist auch, dass parallel zur Brunnenallee hinter der Wackerbarth-Passage ein langer Durchgang zum Flanieren von der Tourist-Information bis zum Breiten Hagen entstehen soll.

Auf dieser Grundlage erläuterte Projektentwicklerin Birgit Virkus (Virkus Projekt) die Idee eines Lebensmittel-Marktes in zweiter Reihe hinter der Wackerbarth-Passage. Etwa 3000 Quadratmeter groß wäre er. „Von der Brunnenallee her muss er sichtbar sein“, betonte sie. Daher würde die heutige Allee-Parkplatzeinfahrt ihre Funktion für Autos verlieren und auf etwa doppelte Breite geöffnet, um Fußgänger zum Eingang des Marktes zu ziehen. Die heute vorhandene Außengastronomie in der Noch-Durchfahrt müsste dafür verlagert werden.

Der Lebensmittler erhielte einige oberirdische Parkplätze und eine Tiefgarage, beides von der Laustraße her anzusteuern. „Die Tiefgarage muss in einer ländlichen Region großzügig und komfortabel gestaltet sein“, fügte die Planerin hinzu. Die Bus-Parkplätze fielen weg.

Gen Osten (in Richtung Sparkasse) sieht dieses Grob-Konzept neben dem Lebensmittelmarkt 1000 Quadratmeter für Mode-Einzelhandel vor. Auch weitere Gastronomie sei dort denkbar.

Einen anderen, städtebaulich spektakulären Ansatz präsentierten gemeinsam Norbert Rehm (Rehm Consult) und Daniel Schäfer (Schoofs Immobilien). Rehm betrachtet den Beginn der Brunnenallee an der Sparkassenseite „als untergenutzt“.

Die Partner schlagen vor, die Gebäude der Sparkasse und des Woolworth abzureißen und die Sparkasse in ein Neubauprojekt an dieser Stelle zu integrieren.

Im Erdgeschoss würden der Service-Bereich der Sparkasse und ein etwa 1600 bis 1900 Quadratmeter großer Lebensmittelmarkt untergebracht. Die Verwaltung der Sparkasse käme ins Obergeschoss.

Der Eingangsbereich des neuen Gebäudes würde dabei in der Mitte geöffnet und so zugleich das östliche Ende eines langen Durchgangs bilden. Dieser führt, parallel zur Allee, hinter dem verbleibenden Teil des Wackerbarth-Komplexes zur Tourist-Info. Entlang dieser Flanier-Achse und im Neubau am Breiten Hagen könnten sowohl Modegeschäfte als auch Büros, Wohnungen oder Ferienwohnungen einen bunten Mix an weiteren Nutzungen bilden. Der Gesamtkomplex umfasst im Grob-Konzept knapp 5300 Quadratmeter.

Die Busparkplätze würden nicht wegfallen, aber in der Zahl reduziert. Die Busse könnten ihre Gäste dort absetzen und abholen, aber nicht mehr geparkt werden.

Drei weitere Projektentwickler waren eingeladen. Einer aus Reinhardshausen besucht den Ausschuss im Oktober. Die beiden übrigen reagierten bisher nicht.

In heikler Mission sind Projektentwickler unterwegs, wenn sie auf Einladung einer Kommune für fremde Grundstücke Ideen entwickeln. Keiner der beiden Bewerber vom Donnerstag hat bisher die Eigentümer der benötigten Grundstücke kontaktiert.

 „Zuerst muss man wissen, ob die Stadt eine Planung überhaupt will“, begründete das Birgit Virkus. „Wenn diese Entscheidung der Stadt gefallen ist, sprechen wir nach allen Seiten offen mit den Grundstückseigentümern“, erläuterte ihr Kollege und Konkurrent Norbert Rehm. Die Aufgabe besteht darin, die Grundstückseigentümer davon zu überzeugen, dass sie selbst aus dem angepeilten Projekt größere Vorteile ziehen als aus der momentanen Situation.

 Beide Bewerber beziehen sich auf die Anforderungen des CIMA-Einzelhandels-Gutachtens, das eine Entwicklung der letzten Kernstadt-Filetfläche mit etwa 4000 Quadratmetern Verkaufsfläche angeraten hatte. Während Birgit Virkus die Chance dafür nur als realistisch ansieht, wenn Herkules keine Erlaubnis erhält, an die Itzel umzuziehen, betrachtet Rehm diese Frage differenzierter: Eine Konkurrenzlage bestehe, aber den Planungs- und Genehmigungsaufwand an der Itzel schätzt er als so hoch ein, „dass wir mit unserem Projekt sicherlich sehr viel früher fertig wären.“ 

Ein Ausschlusskriterium für die eigene Planung wären Änderungen an der Itzel daher eher nicht

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