Kreisdezernent sucht Schulterschluss mit Nachbarkreisen

Erhalt des Bad Wildunger Schlachthofs wird diskutiert

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Neue Perspektive? Die Wildunger Stadtverordneten beraten am nächsten Montag über ein Kaufpreisangebot über den Schlachthof an den Landkreis Waldeck-Frankenberg. 

„Der Landkreis Waldeck-Frankenberg will versuchen, den Schlachthof zu erhalten.“ Das sagte der Dezernent für Verbraucherschutz und Direktvermarktung, Fritz Schäfer, auf WLZ-Anfrage.

Wie das gelingen kann, werde zurzeit diskutiert, erläuterte der Kreislandwirt.

Eine Option dabei sei der Kauf durch den Landkreis, der den Schlachthof sanieren und dann an eine Betreibergesellschaft übergeben könnte. Schäfer: „Wir haben derzeit den Vorteil, über verschiedene Programme von EU, Bund und Land erhebliche Fördermittel akquirieren zu können, die es in dieser Höhe sicher nicht mehr geben wird.“ Beschlossene Sache sei ein Kauf aber noch nicht. „Wir haben noch keine Gremiums-Beschlüsse des Landkreises – bis jetzt ist alles nur vorgedacht.“

Schäfer sucht zudem in Sachen Schlachthof den interkommunalen Schulterschluss. Der Kreisbeigeordnete hat die Dezernenten im Bereich Landwirtschaft aus den Kreisen Schwalm-Eder und Kassel und der Stadt Fritzlar eingeladen, um sie bei den Anstrengungen um den Erhalt des Bad Wildunger Schlachthofs mit ins Boot zu nehmen. Der Standort sei nämlich auch attraktiv für die Nachbarkommunen, zumal Kassel kürzlich seinen Schlachthof verloren habe.

Regionale Vermarktung erfordere auch regionale Schlachtung, betonte Schäfer. Und schließlich gehe es um den Erhalt der Arbeitsplätze. Unterstützen wolle der Kreis im Verbund mit mehreren größeren heimischen Unternehmen auch den Schlachthof in Mengeringhausen, der sich im Besitz der Viehverwertung befindet. Das Kaufangebot an den Kreis für den Wildunger Schlachthof ist am Montag, 12. August, Thema der öffentlichen Beratung im Stadtparlament. Nähere Informationen dazu gibt es erst am Sitzungsabend, teilte eine Mitarbeiterin der Stadtverwaltung auf Nachfrage mit. Bürgermeister Ralf Gutheil ist derzeit in Urlaub.

Laut Dirk Blettenberg, Geschäftsführer der Genossenschaft Landwirtschaftliche Vieh- und Fleischvermarktung Nordhessen (LVF), ruht der Betrieb auf dem Wildunger Schlachthof auch weiterhin. Am 30. Juni rückten Feuerwehrleute zum Großeinsatz gegen ein Ammoniak-Gasleck aus, seitdem ist der Schlachthof geschlossen. Die Schlachttage in Mengeringhausen wurden ab Juli von zwei auf vier Tage aufgestockt, um die für Wildungen vorgesehenen Tiere zu schlachten. Vier Mitarbeiter der Genossenschaft, die in der Zerlegung beschäftigt sind, sowie die fünf bis sieben Mitarbeiter zählende Schlachtkolone der GmbH arbeiten zurzeit ausschließlich in Mengeringhausen.

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