Ideen für Wildungens grüne Lunge

Bad Wildungen: "Stadtgrün naturnah" geht in die nächste Runde

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60 Hektar Parkanlagen und 2100 Hektar Stadtwald: Bad Wildungen hat im Verlgeich zu anderen Städten beachtliche Grünanlagen vorzuweisen.

Bad Wildungen – Unter bundesweit 15 Kommunen wurde Bad Wildungen vom Bündnis „Kommunen für biologische Vielfalt“ – ein Biodiversitäts-Bündnis – für die Teilnahme am Labeling-Verfahren „Stadtgrün naturnah“ ausgewählt.

Das Bündnis zeichnet dabei kommunales Engagement zur Förderung der biologischen Vielfalt aus.

Honoriert werden beispielsweise die naturnahe Gestaltung und Unterhaltung von Parkanlagen oder die Anlage von Blühwiesen im innerstädtischen Bereich.

Den Auftakt des Labeling-Verfahrens bildete eine „sehr umfassende Bestandsaufnahme zum quantitativen und insbesondere qualitativen Stand der Planung und Pflege kommunaler Grünflächen“, erläuterte Hans-Jürgen Kramer von der Stadt Bad Wildungen.

Im Gartenschaugelände: Annema rie Hische (Kommission), Hans-Jürgen Kramer (Stadt Bad Wildungen), Bernd Hannover (NABU), Robert Spreter (Kommission), Madeleine Hohlstamm (NABU), Stefanie Herbst (Kommission/Projektleiterin Biodiversitäts-Bündnis), Wolfgang Lübcke, Herbert Niem (beide NABU), Rainer Paulus (Natur-/Umweltausschuss).

Begleitet wird das Verfahren von einer lokalen Arbeitsgruppe, in der vor allem die sehr aktiven Mitglieder der ehrenamtlichen Naturschutzverbände beteiligt sind. Seit 1985 gibt es den Arbeitskreis Naturschutz als beratendes Gremium in allen Fragen des Naturschutzes und der Landschaftspflege. Bei einem Ortstermin in Bad Wildungen erläuterte die dreiköpfige Label-Kommission gemeinsam mit der lokalen Arbeitsgruppe die Bestandsaufnahme. Eine Exkursion führt zu der grünen Achse vom Königsquellenpark bis zur Prozessquelle in Reinhardshausen sowie ins Helenental und zum Hauptfriedhof. Die Kommission zeigte sich beeindruckt von der Flächengröße der Grünanlagen, die für eine Stadt in dieser Größenordnung ungewöhnlich sei, sagte Bürgermeister Ralf Gutheil.

Kramer verweist auf die besondere Lage. „Unser Riesenpfund: Die Grünachse des Kellerwalds zieht sich durch die Stadt.“ Das große Potential und die hohen ökologischen Wertigkeiten, die in der 90er-Jahren durch die Kurparkverbindung und in den 2000er-Jahren durch die Landesgartenschau weiterentwickelt wurden, fließen in die Bewertung ein. „Es wurde aber auch deutlich, dass es ein ebenso großes Potential an Optimierungsmöglichkeiten für noch mehr Artenvielfalt in den Talauen gibt.“ Dazu gehöre eine gezielte und extensive Mahd, um die Insektenvielfalt zu stärken. Weitere Bereiche zur Anlage von Wildblumenwiesen, auch entlang von Wegrändern, könnten umgestaltet werden.

Daher wird nun die zweite Phase des Labeling-Verfahrens, die „Maßnahmenplanung“, eingeläutet. Bis zum Ende des Jahres werden die Mitglieder der lokalen Arbeitsgruppe Vorschläge dazu erarbeiten. Sie werden in den städtischen Gremien vorgestellt und zur Umsetzung vorbereitet. Im Frühjahr 2020 werden Gold-, Silber- oder Bronze-Label verliehen. Gutheil wertet die Teilnahme an dem Verfahren eine sehr gute Grundlage, die Potentiale der kommunalen Grünflächen zu erfassen und zu optimieren, um einen Beitrag zur globalen Biodiversität leisten zu können.

60 Hektar Parkanlagen und 2100 Hektar Stadtwald in Bad Wildungen

Fast 60 Hektar Parkanlagen mit Spielplätzen, 14 Hektar Friedhofsflächen, etwa 15 Hektar Straßenbegleitgrün und etwa 2100 Hektar großer Stadtwald beherbergt die „grüne Badestadt“, deren Täler der Wilde, der Sonder und des Bornebachs das Stadtbild prägen und mit der umgebenden Landschaft vernetzen.

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