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Wildunger Stadtmuseum: Eigene Abteilung zur Geschichte der Waldecker Tageszeitungen

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Der Geschichte der Waldecker Tageszeitungen widmet sich eine neue Abteilung im Stadtmuseum in Bad Wildungen.

Der abwechslungsreichen Geschichte der Waldecker Tageszeitungen widmet das Stadtmuseum in der Lindenstraße eine eigene Abteilung.

Bad Wildungen – Der Wildunger Buchdrucker J. Neubelt warb am 25. November 1876 in einer Probenummer für seine „Eder-Zeitung“:

„Wie unsere Zeitung keiner politisch-extremen Partei dienen und bescheidenerweise keine Politik machen, sondern nur einfach berichten will, was den Bürger und Landmann angeht und interessiert, so wird sie das Ziel im Auge behalten, nur der Wahrheit und Sittlichkeit zu dienen, deutsche Treue und Ehrenhaftigkeit zu wecken und zu beleben und von ihrer Tätigkeit allen verletzenden und widerlichen Zank und Streit und alle verläumderischen Angriffe auf Personen ausschließen. Und so sei denn dies neue Unternehmen der freundlichsten Unterstützung und Förderung hiermit auf das Wärmste empfohlen“.

"Eder-Zeitung" ab 1877 in der Kurstadt Bad Wildungen

Ab dem 3. Januar 1877 erschien die „Eder-Zeitung“ zweimal in der Woche. In der Kurstadt war dies die erste Tageszeitung.

Ab dem Jahr 1879 wurde sie in „Waldecksche Zeitung“ umbenannt und im Jahr darauf von Paul Pusch übernommen. Sein Sohn Felix Pusch führte das Blatt bis 1936 weiter, dann wurde die Zeitung von der Waldeckischen Landeszeitung (WLZ) übernommen.

Waldeckische Landeszeitung bis heute die Heimatzeitung  zwischen Eder und Diemel

Schon 1920 war das Konkurrenzblatt, die „Wildunger Zeitung“, die ab 1890 von Konradt Hund und ab 1906 von Ernst Funk herausgegeben wurde, ebenfalls in dem Korbacher Verlag aufgegangen. Auch in Arolsen gab es bis 1928 eine eigene Tageszeitung: die „Waldecksche Rundschau“, dann ging sie ebenfalls in den Besitz des Korbacher Verlegers Wilhelm Bing über. Die Waldeckische Landeszeitung ist bis heute die Heimatzeitung der Menschen zwischen Eder und Diemel.

Kurioser Versuch aus Friedberg

 Insbesondere in den 1920er Jahren gab es eine erstaunlich große Zahl von Neugründungen auf dem Zeitungsmarkt, erläutert Bad Wildungens Museumsleiter Bernhard Weller. „So versuchte Felix Pusch mit der „Corbacher Post“ in Korbach und mit dem „Waldeckschen Anzeiger“ in Arolsen zu expandieren.“

Die SPD gab ab 1922 das „Waldecker Volkblatt“ heraus. Der Verleger Heinrich Eggebrecht war von 1924 bis 1927 für die Zeitung „Der Waldecker“ verantwortlich.“ Kurios war laut Weller der kurze Versuch eines Otto Hirschel im Jahre 1911, aus Friedberg im Taunus die „Waldeckischen Nachrichten“ zu verbreiten. Nach dem Zweiten Weltkrieg durfte die Waldeckische Landeszeitung zunächst nicht erscheinen. Stattdessen wurde in Korbach von 1948 bis 1950 der „Waldecker Kurier“ gedruckt.

Nach Corona die aktuelle WLZ im Museum lesen

Die überaus abwechslungsreiche Geschichte der Waldecker Tageszeitungen wird in einer neuen Abteilung des Stadtmuseums dokumentiert. „Man kann die Titelseiten aller genannten Zeitungen vergleichen und ebenso interessante wie lustige Annoncen aus den älteren Anzeigenteilen lesen“, ergänzt der Museumsleiter.

Weller: „Wenn aber erst einmal wieder Publikum das Museum beleben darf, soll es sich nicht nur mit historischen Meldungen auseinandersetzen, sondern mittels eines Tablets auch die tagesaktuellen Meldungen der WLZ lesen können.“

Die Städtischen Museen in Bad Wildungen sind wegen des Corona-Virus geschlossen. Dafür gibt es jetzt ein Online-Angebot: Wer Interesse an der Stadtgeschichte hat, findet auf der Homepage der Museen unter der Rubrik „Geschichten aus den Bad Wildunger Museen“ neue Texte und Bilder: www.museum-bad-wildungen.de. red

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