Aus allen Blickwinkeln erleben

Neues Projekt der Bad Wildunger Theatergruppe Thespiskarren: "Paradies Heimat"

„Paradies Heimat“: Mitglieder der Theatergruppe Thespiskarren haben ein eigenes Stück gestaltet, das an fünf Abenden im November im Theater am Bunker (Thabu) aufgeführt wird. Foto: Thespiskarren/pr

Bad Wildungen – Die Theatergruppe „Der Thespiskarren“ – aus einem Theater-Kurs der Volkshochschule entstanden – wird 20 Jahre alt.

Im eigenen Haus, dem „Theater am Bunker“ (Thabu), werden seit zehn Jahren eigene Inszenierungen, Gastspiele mit Comedy, Musik gespielt und Kunst präsentiert. Zum runden Geburtstag steht ein besonderes Projekt auf dem Spielplan: das „Paradies Heimat“.

Kristin und Bernhard Schäfer haben das Stück inszeniert. Darin wird der Bogen gespannt von unterschiedlichen Blickwinkeln auf den Begriff „Heimat“ bis zu einem zukunftsgerichteten Ausblick auf unsere Welt als „Heimat“.

In der Aufführung von „Paradies Heimat“ wird die Zeit von 1918 bis zum Ende des zweiten Weltkrieges in Beziehung zum heutigen Umgang mit Menschlichkeit, Toleranz, Fremdenfeindlichkeit und Egoismus gesetzt. Ausgehend von der Bad Wildunger NSDAP-Chronik, die zum Teil theatralisch umgesetzt wird, werden diesem menschenverachtenden Schriftstück Lieder, Performances und Freiheitstexte von Berthold Brecht, Heinrich Heine und modernen Künstlern entgegen gestellt.

Gäste im Stück sind die Tanzgruppe der „Tanzetage Korbach“ mit einer Tanzperformance, der Posaunenchor Odershausen und besondere Zeitzeugen.

Erwartet wird Dr. Hellmuth Kirsten, der zu DDR-Zeiten mit Frau und Kind in einem Kofferraum über die Grenze in die Bundesrepublik geflüchtet ist. Zugesagt hat auch Dr. Niclas Cantonoy, der in Rumänien die Todeszelle und ein Konzentrationslager sowie einen Flugzeugabsturz in Afrika überlebte. Mehr als 70 Bad Wildunger Bürgerinnen und Bürger aller Religionen, Hautfarben und Nationalitäten sind bereits im Thabu für eine Videoprojektion gefilmt worden.

Die Aufführungen von „Paradies Heimat“ finden zu folgenden Terminen jeweils um 19 Uhr im Thabu hinter dem Maritim-Hotel statt: Freitag, 1. November, Samstag, 2. November, Freitag, 8. November, Samstag, 9. November. und Sonntag, 10. November. Eintrittskarten in Form und Design eines Personalausweises gibt es im Vorverkauf in der Buchhandlung „Buchland“ für 14 Euro, an der Abendkasse kosten sie 16 Euro.

Rund um die Aufführungen von „Paradies Heimat“ im Theater am Bunker gibt es eine Reihe von Veranstaltungen in einem Rahmenprogramm: 

Die Theatergruppe am Gustav-Stresemann-Gymnasium führt am Mittwoch, 23. Oktober, im Thabu „Die weiße Rose“ auf – ein Stück über die Judenverfolgung und Widerstand im dritten Reich. Dafür gibt es in der Buchhandlung Buchland Karten im Vorverkauf für 10 Euro, Schüler und Studenten zahlen 5 Euro im Vorverkauf. 

Zum selben Thema sind zwei Nachfahren ehemaliger vertriebener jüdischer Mitbürger eingeladen, um jeweils einen Abend über ihre Familienschicksale in der heimischen Region zu gestalten. Am Dienstag, 5. November, 19.30 Uhr kommt Richard Oppenheimer aus New York und am Mittwoch, 6. November, Gershom Willinger aus Kanada. Der Eintritt zu diesen Veranstaltungen ist frei. 

Im Stadtmuseum ist eine von Johannes Grötecke gestaltete Ausstellung über jüdisches Leben geplant

VON WERNER SENZEL

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