Aus Sicht des Ederfischereiclubs sind  Maßnahmen sehr gelungen

NABU-Exkursion an der Eder: Renaturierung zwischen Wega und Mandern im Blick

Kiesbänke und beruhigte Randbereiche: Von der renaturierten Eder (im Bild bei Wega) profitieren unterschiedliche Bewohner. Foto: RP Kassel/pr

Bad Wildungen-Wega – Als sehr gelungen bezeichnete Stefan Vogt vom Ederfischereiclub die Renaturierung der Eder zwischen Wega und Mandern anlässlich einer gemeinsamen Exkursion mit dem NABU.

Vogt berichtete von zunächst örtlichen Widerständen, die bis hin zu der unbegründeten Furcht reichten, es könne wieder wie im 19. Jahrhundert zu einer Eder-Malaria kommen. Ederfischereiclub und NABU hätten in ihrem Bemühen um eine ökologische Aufwertung des Flusses stets bestens zusammengearbeitet.

Startpunkt der Exkursion war die ehemalige Brückenstelle zwischen Wega und Wellen. Hier erinnern große behauene Sandsteine, die bei den Baggerarbeiten zutage kamen, an die 1895 erbaute Brücke. Sie hatte nur knapp 50 Jahre Bestand, weil sie durch die Sperrmauerkatastrophe am 17. Mai 1943 zerstört wurde. Das Ederufer wurde hier als Anlegestelle für Kanus gestaltet und – so betonte Vogt – sei hier eine Stelle entstanden, an welcher der Fluss sehr gut erlebbar ist.

Vogt machte dort deutlich wie die vielfältige Gewässerstruktur durch die Renaturierung entstanden ist: Nebenarme, Stromschnellen, Kolke, Kiesinseln und unterschiedliche Strömungsverhältnisse. All diese Bereiche haben verschiedene Bewohner. Dank einer Doktorarbeit sei es möglich gewesen, den Gewässerzustand vor Beginn der Renaturierung zu dokumentieren. Inzwischen hätten weitere Untersuchungen den Erfolg der Umgestaltung belegt. Als erste Artengruppe reagieren die Wasserinsekten mit einer erhöhten Artenvielfalt, dann folgen die Kleinfischarten. Mit dem Schneider wurde eine neue Fischart für die Eder nachgewiesen, die auf der Roten Liste steht.

In Zusammenarbeit mit der oberen Eder, wo es noch gute Bestände gibt, bemüht sich der Ederfischereiclub um eine Wiederansiedlung der Elritze, nachdem für diese Kleinfischart wieder geeignete Lebensräume entstanden sind. Elritzen wiederum sind wichtige Beutetiere für den Eisvogel, der ebenfalls von der Renaturierung profitiert. Es sind neue Steilwände entstanden, wo der „fliegende Edelstein“ seine Niströhren anlegen kann.

Markierungen von Forellen und Äschen hätten gezeigt, dass diese bei Abgabe von Wasserwellen aus dem Edersee in die beruhigteren Randbereiche flüchten. Die Situation dieser „Kieslaicher“ wurde durch das Einbringen von ausgebaggerten Kies weiter oberhalb in den Fluss verbessert. Auch der Fraßdruck durch Kormorane sei durch mehr Versteckmöglichkeiten vermindert worden. Weiterer Vorteil der Renaturierung sei die Verbesserung der Selbstreinigungskraft des Flusses.

Den Abschluss der Exkursion bildeten ein besonders naturnaher Bereich unterhalb der Wellener Sohlschwelle und der wieder an die Eder angeschlossene Altarm links unterhalb der Wellener Brücke. Er war als Ausgleichsmaßnahme für die Brückensanierung vor einigen Jahren entstanden und fügt sich inzwischen sehr gut in die Natur ein.

VON WOLFGANG LÜBCKE

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