Lebhafter Austausch über Bildungssysteme

Delegation aus Südkorea am Bad Wildunger Gymnasium

Besucher aus Südkorea am Bad Wildunger Gymnasium: Nach fünfjähriger Pause soll der in 2009 beschlossene Austausch wieder reaktiviert werden. Foto: Gustav-Stresemann-Gymnasium/pr

Bad Wildungen – Das Gustav-Stresemann-Gymnasium hat den Austausch mit Südkorea wieder aufgenommen: Eine Delegation der Seoul National University (SNU) weilte zu einem Kurzbesuch am GSG.

Nach fünfjähriger Pause kehrte Professor Seong, der deutsche Sprachwissenschaft am College of Education der SNU lehrt, in Begleitung von fünf Studenten und seiner Assistentin nach Wildungen zurück.

Ziel ist es, den aus einem Kooperationsvertrag von 2009 vereinbarten Austausch von Schülern, Lehrern und Studenten wieder aufzunehmen. Ein vielfältiges Programm bot während des zweitägigen Besuchs die Möglichkeiten zu Gesprächen und Vergleichen zwischen den Bildungssystemen.

Schulleiterin Iris Blum begrüßte die Delegation. Die Englisch- und Geschichtslehrerin Julia Bohn stellte das Gymnasium im Rahmen eines englischsprachigen Vortrags vor, an den sich eine zweisprachige Führung durch das GSG anschloss. Die Südkoreaner besuchten an zwei Vormittagen den Unterricht in Deutsch, Englisch, Geschichte, Mathematik, Religion, Kunst, Politik und Wirtschaft.

Vertieft wurden die Eindrücke in einer von Julia Bohn und Iris Blum moderierten Diskussion. Daran nahmen auch die Fachbereichsleiterin des sprachlichen Aufgabenfeldes, Claudia Weiß, UNESCO-Schul- und Landeskoordinator Johannes Salzig sowie Schüler der neunten Klasse und der Oberstufe teil.

Der lebhafte Austausch zeigte, wie verschieden die Schulsysteme in Südkorea und Deutschland sind, wenngleich auch manche Gemeinsamkeit festgestellt wurde. Den Studenten fiel auf, dass am GSG viele offene Unterrichtsformen praktiziert werden und Unterrichtsgespräche zwischen Lehrern und Schülern eine wichtige Rolle spielen. In Südkorea sitzen zum Teil deutlich mehr Lernende in einer Klasse, und die Beteiligung durch die Schüler sei geringer.

Neben der Unterrichtshospitation lernten die Asiaten den im Rahmen des Stasi-Projekttages eingeladenen Zeitzeugen Karl-Heinz Richter kennenzulernen, der von seinem Widerstand gegen das SED-Regime berichtete. Auf dieser Grundlage konnten Parallelen zwischen der deutschen und der koreanischen Teilung gezogen werden.

Nach einem gemeinsamen Ausflug zur Wandelhalle mit Kostproben der wichtigsten Bad Wildunger Heilwässer klang der Besuch mit einem gemeinsamen Abschlussessen aus. Schulleiterin Blum freute sich über den informativen Austausch und sprach den Gästen eine erneute Einladung aus.  red

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