Jungbäume gepflanzt und Wege beschildert

Der Wildunger Ruhehain ist eröffnet

Orientierungshilfe: Wegweiser im Hain.
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Orientierungshilfe: Wegweiser im Wildunger Ruhehain.

„Am Ruhehain“, „Unter den Buchen“, „Burgschleife“ und „Zum Sonnenstrahl“ heißen die Wege, die durch Bad Wildungens neuen Ruhehain führen.

Bad Wildungen – Er liegt oberhalb des Friedhofs von Reitzenhagen und wurde nach dem Flurstück „Auf der alten Burg“ benannt.Kürzlich wurde der Bestattungswald seiner Bestimmung übergeben.Zu den alten, hohen Bäumen sind mittlerweile 22 Jungbäume hinzugekommen. Weißtannen, Roteichen, Rot- und Hainbuchen, Bergahorn, Ulmen und Winterlinden wurden gepflanzt. Insgesamt stehen nun 100 Bäume für Urnenbestattungen zur Verfügung.

„Bis zu zwölf Urnen können pro Baum ihren Platz finden“, erklärt Hans-Jürgen Kramer vom Bauamt während der Pflanzung der letzten Bäume. An den Bäumen wurden Stelen aus Cortenstahl angebracht. Sie tragen Nummern, angeglichen an Hausnummern. Mit Hilfe der Namen der Wege sind die einzelnen Bäume somit leicht zu finden.

Die ersten beiden Bestattung im Wildunger Ruhehain gab es bereits

Zusätzlich gibt es zur Orientierung Hinweistafeln und Wegweiser. Auf den Stelen können nach einer Bestattung kleine, einheitliche Schilder angebracht werden. Angehörige können sie mit einem Namen oder einer privaten Erinnerung bedrucken lassen.

Die ersten beiden Bestattungen hat es unterdessen gegeben. Trauerfeiern werden entweder in der Kapelle des Friedhofs unterhalb des Ruhehains abgehalten oder direkt an dem Baum, an dem die jeweilige Urne beigesetzt wird. „Wir haben weiterhin Nachfragen“, sagt Kramer. Viele Spaziergänger würden vom Homberg aus sich den Wildunger Ruhehain anschauen. Auch wenn das Gelände steil ist, sind die neu errichteten Wege gut zu laufen und vier Bänke aus Holz und Stahl laden zum Ausruhen ein.

Wildunger Ruhehain stadtnah gut zu erreichen

„Dies ist unser 15. städtischer Friedhof, er liegt stadtnah und ist gut mit dem Bus zu erreichen“, ergänzt Bürgermeister Ralf Gutheil. Was ihm besonders gefällt, ist die Natur, die das Erscheinungsbild des Wildunger Ruhehains prägt. Er bleibt trotz neuer Bestimmung ein Stück Wald, in dem ökologisch wertvolles Totholz liegen bleibt und zugleich den natürlichen Kreislauf von Werden und Vergehen, Leben und Tod spiegelt.

An einigen wenigen Bäumen musste die Krone gekappt werden. „Sie haben aber immer noch Wirkung“, ist sich Hans-Jürgen Kramer sicher. Während jeder einzelne wie ein großes Grabmal wirkt, wurde in einem die Wohnung eines Spechts entdeckt.. (Von Sabine Degenhardt)

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