Bad Wildungen

„In Deutschland ist jeder im Stress“

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- Bad Wildungen (is). Sonne, ein goldgelber Strand, immer gutes Wetter und das Gefühl vom berühmten amerikanischen „Easy going“ – das erlebt Anna Schönhals tagtäglich.

Die Wildungerin wanderte 2005 in den Sonnenstaat Kalifornien, nach San Diego in den USA, aus. Seitdem gab es keinen Tag, an dem sie diese Entscheidung bereut hat. „Ursprünglich bin ich nur für ein Jahr als Au-pair-Mädchen nach San Diego gefahren“, erklärt die heute 28-Jährige.

Nach ihrer Ausbildung zur Fachangestellten für Bürokommunikation beim Finanzamt in Kassel wollte sie etwas Abwechslung zum Lernstress. Also wagte sie den Schritt in ein, ihr bis dahin, unbekanntes Land und Leben. Bereits als sie aus dem Flugzeug stieg, war sie begeistert: „Schon das Wetter war so toll. Es sah alles so groß und faszinierend aus.“ Sie kam zu einer Gastfamilie, in der sie auf vier Kinder aufpassen musste, darunter Drillingsjungen. Nebenbei besuchte sie eine Abendschule, um ihr Englisch zu verbessern.

Zu dieser Zeit bemerkte sie, dass sie gerne ihr Leben in diesem Land aufbauen möchte: „Ich begann, mich um eine Green-Card zu bemühen. Leider ist das ein sehr schwerer Prozess, der mich viele Nerven gekostet hat“, erinnert sich Anna. „Mein Ziel war es, in Amerika zu bleiben und ein Studium zu beginnen“, erklärt sie. Doch dafür brauchte sie Geld und die Green-Card, da das Studieren für Ausländer sehr teuer sei. Somit nahm sie Kellnerjobs und Jobs als Babysitterin an und versuchte, etwas Geld anzusparen.

2010 erhielt Anna schließlich die lang ersehnte Green-Card und damit die Aufenthaltserlaubnis für Amerika. „Es war ein sehr emotionaler Moment für mich. Ich habe mich so gefreut darüber“, beschreibt sie rückblickend. Gleich im selben Jahr schrieb sie sich an einem privaten College ein, welches sie innerhalb von zwei Jahren auf das staatliche „Regency Nursing“-Programm vorbereitet. Das College wird Anna bereits nächstes Jahr im Juli beenden, danach beginnt für sie der Bachelor-Studiengang Regency Nursing. Dieser ist vergleichbar mit dem deutschen Medizinstudium.

Mehr lesen Sie in der WLZ vom Samstag, 24. September.

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