Mandern feiert Orgelrückkehr und Organistin Elke Paul

Doppelter Grund zur Freude

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Elke Paul ist seit 1978 Organistin und spielt seit 1986 in der Manderner Kirche. Bezirkskantorin Ulrike Tetzer sprach von einem „Markenzeichen für Kirchenmusik“.

Bad Wildungen-Mandern - Die Rückkehr der Vogt-Orgel in der Katharinenkirche und ein Organisten-Jubiläum wurden in einem festlichen Gottesdienst gefeiert.

„Heute feiern wir, aber so richtig“ - mit diesen Worten begrüßte Pfarrer Hubertus Marpe am Sonntag die zahlreichen Gottesdienstbesucher in der Manderner Katharinenkirche. Und es gab gleich doppelten Grund zum Feiern: Die alte Vogt-Orgel ist zurück, und Organistin Elke Paul beging einen besonderen Ehrentag.

Der Gottesdienst stand im Zeichen der Musik und klatschen war ausdrücklich erlaubt. Mit der Rückkehr der Orgel sind nun nach rund fünf Jahren die Renovierungsarbeiten an der Dorfkirche auch hörbar abgeschlossen. Die Orgel war 2010 wegen der anstehenden Renovierung des Kirchenraums von einer Orgelbaufirma komplett abmontiert und in deren Werkstatt in Bad Liebenwerda gelagert worden. „Sie kann ein vorzügliches Orgelwerk genannt werden“ schrieb im Juli 1883 ein Gutachter bei der Bauabnahme und gab den Anschaffungspreis von 2730 Mark frei. Weitere Einzelheiten über Kauf, Aufbau und Geschichte der Orgel hatte Pfarrer Marpe mithilfe der Wildunger Kirchenvorsteherin Elke Hack in einer kleinen Festschrift zusammengefasst.

„Evangelium lebendig halten“

Dank der Mithilfe des Vereins „Wir für Mandern“ hatten die Orgelfachleute das historische Instrument in den vergangenen Wochen zurück an seinen Bestimmungsort gebracht. Stück für Stück aufgebaut, gereinigt und gestimmt strahlt sie nun wieder hoch oben über den Kirchenbesuchern.

Ungewohnt weit unten strahlte aber eine engagierte Frau noch ein bisschen mehr. Organistin Elke Paul hatte ihren „hohen Stammplatz“ an den Tasten vorübergehend Bezirkskantorin Ulrike Tetzer überlassen und genoss ihr Jubiläum sichtbar. „Eigentlich wäre die Feier schon vor vier Jahren gewesen“, erklärte Pfarrer Marpe, aber gemeinsam habe man beschlossen, auf die Rückkehr der Orgel zu warten.

Seit 1986 spielt Elke Paul Sonntag für Sonntag die Orgel in der Manderner Kirche. „Den Ton treffen, den Pfarrer durcheinanderbringen, und ganz viel Evangelium lebendig halten“, so skizzierte der Pfarrer humorvoll die engagierte Vollblutmusikerin. Paul musiziert seit frühester Kindheit, hat in verschiedenen Orten den Organistendienst ausgeübt und 1996 die Gitarrengruppe „Viel-Saitig“ gegründet. „Dankeschön“ sagten ihr dafür die Gottesdienstbesucher im Chor, und ihre Gruppe hatte einen Abba-Hit umgetextet und sang „Danke, liebe Elke, lässt Lieder in uns klingen, danke für den Spaß am Singen“. Die Instrumentalistinnen umrahmten schwungvoll und begeisternd den Gottesdienst.

Die Bezirkskantorin nannte Paul ein „Markenzeichen für Kirchenmusik“ und beschrieb ihre Vorzüge anhand des Namens Buchstabe für Buchstabe, beginnend mit „P wie patent in jeder Hinsicht“.

Von der Kirchengemeinde überreichte Pfarrer Marpe einen Gutschein. „Wenn Sie die Zahl darauf in Jahren noch spielen wollen, haben Sie noch was vor sich“, bemerkte er lachend. Paul signalisierte, noch so lange durchzuhalten, wie ihre Hände und Füße es zulassen. „Wenn ich die Treppe zur Orgel hochkomme, spiele ich.“ Nach dem Gottesdienst feierten die Besucher bei leckerem Essen noch lange ihre „zwei Manderner Musikgrößen“.

Von Tina Fischer

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