Alle 54 Bewohner beider Häuser in Quarantäne

Drei Corona-Kranke in zwei Wildunger Flüchtlingsunterkünften

Frau mit Mund-Nasen-Schutz, Mund-Nasen-Bedeckung, Gesichtsmaske steht hinter einem Fenster und telefoniert mit dem Handy
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Drei Personen sind corona-positiv: 54 Bewohner befinden sich darum in Wildunger Gemeinschaftsunterkünften in Quarantäne.

In zwei Wildunger Gemeinschaftsunterkünften für Geflüchtete wurden drei Menschen positiv auf SARS-CoV-2 getestet. Zusammengerechnet leben in den beiden Häusern 54 Personen.

  • In zwei Bad Wildunger Flüchtlingsunterkünften wurde drei Menschen positiv auf Corona getestet und beide Unterkünfte mit ihren zusammen 54 Bewohnern unter Quarantäne gestellt
  • Kontaktpersonen der Corona-Infizierten in den Bad Wildunger Flüchtlingsunterkünften werden ebenfalls auf Corona getestet, müssen aber auch bei negativem Ergebnis in der Quarantäne verbleiben
  • Aufgrund von falschen Informationen über ein vermeintliches Durchbrechen der Corona-Quarantäne in einer der Flüchtlingsunterkünfte war die Polizei im Einsatz

Bad Wildungen – Details zu den Corona-Fällen berichtet die Pressestelle des Landkreises Waldeck-Frankenberg auf Anfragen der WLZ vom Montag und Mittwoch. Pressereferentin Ann-Kathrin Heimbuchner: „Alle Kontaktpersonen und somit beide Häuser stehen unter Quarantäne.“ Damit diese eingehalten werde, ist eine der Wildunger Gemeinschaftsunterkünfte für Flüchtlinge seit Ende der Woche mit rot-weißem Flatterband abgesperrt. Ein Sicherheitsdienst kontrolliert.

Um das Ansteckungsrisiko weiter zu senken, sei für alle Bereiche, die gemeinschaftlich genutzt werden – beispielsweise Küchen und Bäder – ein Belegungsplan aufgestellt worden, sodass die Menschen diese Räume abwechselnd nutzten und sich möglichst wenig begegneten. „Darüber hinaus halten die Mitarbeitenden des Fachdienstes Soziale Angelegenheiten des Landkreises Waldeck-Frankenberg Kontakt zu den in Quarantäne befindlichen Personen“, unterstreicht Heimbuchner.

Alle Kontaktpersonen in Wildunger Flüchtlingsunterkünften werden auf Corona getestet

Zudem würden alle Kontaktpersonen getestet, die Corona-Symptome aufweisen. Auch bei einem negativen Testergebnis blieben Kontaktpersonen grundsätzlich in Quarantäne bis zu deren Ablauf, erläutert die Pressereferentin.

Ein organisierter Einkaufsdienst versorge die Bewohnerinnen und Bewohner während der Dauer der angeordneten Quarantänezeit. Im Zusammenhang mit der Quarantäne kam es am Donnerstag voriger Woche zu einem Polizeieinsatz an einer der Gemeinschaftsunterkünfte. Allerdings beruhte der Einsatz, wie die Polizei dann herausfand, auf einer falschen Ausgangsinformation.

Falsch-Informationen zu Corona-Fällen in Flüchtlingsunterkünften und ein Polizeieinsatz

In weißen Schutzanzügen rückte die Polizei Donnerstag an einer Wildunger Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlinge an, weil Quarantänepflichtige aus dem Haus entwischt sein sollten. Diese Meldung, die dem Landkreis Waldeck-Frankenberg vorlag, stimmte nicht. Das stellte sich bei der Aktion laut WLZ-Infos heraus.

Zu Einzelheiten – zum Beispiel zur Frage, woher der Landkreis die Information hatte – liegt unserer Zeitung noch keine Auskunft vom Landkreis Waldeck-Frankenberg vor. Fest steht, was nach der Falsch-Info folgte: Am Freitagmittag, einen Tag nach dem Polizeieinsatz, wies ein „Passant“ mit Pseudonym-Adresse in einer Mail an unsere Zeitung auf die Absperrung an der Unterkunft und auf die Security hin.

Anonyme Mail zu Wildunger Flüchtlingsunterkunft mit zweifelhaftem Pseudonym

Wer das Pseudonym „Hanussen“ des Mailabsenders bei Google sucht, stößt auf den ersten Seiten ausnahmslos auf einen Hochstapler gleichen Namens, der mit Nationalsozialisten Orgien gefeiert und Hitler beraten haben soll, bevor die Nazis „Hanussen“ 1933 ermordeten.

Angesprochen wurde die WLZ dann Montag in einem Café, warum sie nicht über den „Ausbruch“ von Bewohnern aus der Quarantäne im Wildunger Flüchtlingsheim berichtet habe. Es solle sich um dieselben handeln, die in zwei bekannte Wildunger Geschäfte eingebrochen seien.

Zum ersten falschen Gerücht über Wildunger Flüchtlingsheim ein zweites falsches Gerücht hinzugefügt

Doch nicht nur der Quarantäneverstoß ist wie erwähnt eine Fehl-Info. Die WLZ-Anfrage bei der Polizei ergab, dass ihr keine Einbrüche in die beiden genannten Geschäfte angezeigt worden seien. Tatsächlich scheiterten Einbruchsversuche in zwei andere Läden vorige Woche. Hinsichtlich der Täter gebe es weder Hinweise noch Beschreibungen. (Matthias Schuldt)

Öffentlich bekannt gewordene corona-positive Testergebnisse in Bad Wildungen hatte es in den vergangenen Wochen in zwei Reha-Kliniken gegeben. Im ersten Fall handelte es sich um 31 corona-positiv getestete Gäste. In der zweiten Klinik ging es um 18 corona-positive Ergebnisse.

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