Im zweiten Anlauf nach Schäden durch Wind:

Edersee-Kunst über Wildunger Lindenstraße hängt nun sturmfest

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„Edersee - Ödersee“ lautet das Motto der Freiluft-Kunstausstellung in der Lindenstraße 2019: Im Bild (von links) Ralf Blümer, Leiter es Bauhofes, Friedemann Tonner (Kunstraum), Ralf Büchsenschütz (Bauhof), Martin Segeler (Ordnungsamtsleiter), Ute Kühlewind (Marketingchefin), Frauke Becher und Gisela Leonhardt (beide Kunstraum).

Bad Wildungen – Zum zweiten Mal binnen 14 Tagen wurden dieselben Objekte von Künstlerinnen und Künstlern des Vereins Kunstraum hoch über der Lindenstraße aufgehängt.

Denn auf Veranlassung des Bauhofes waren sie nach der ersten Installation vorübergehend wieder entfernt worden. Es gab Zweifel an der Sicherheit der „Hängung“, nachdem ein größeres Segel, eine Arbeit von Steff Sulz-Stollem drohte auf die Straße zu fallen. Das Objekt trug die Aufschrift des Zitates des französischen Schriftstellers Paul Claudel (1868-1955): „Bevor man die Welt verändert, wäre es vielleicht doch wichtiger, sie nicht zu zerstören“. Das Segel wurde seinerseits durch starken Weind zerstört und wird auch nicht mehr aufgehängt.

Die anderen fünf Objekte wurden vor Ostern auf ihre Sicherheit überprüft und in einigen Details daraufhin verändert. Nun schmücken sie die Lindenstraße wieder. Das gemeinsame Thema der Installationen lautet „Edersee-Ödersee“ und bezieht sich auf die Diskrepanz zwischen der ursprünglichen Planung – der Sicherstellung der Schifffahrt auf der Weser –und den heutigen Interessen des Fremdenverkehrs an der Talsperre. Vom Marktplatz aus gesehen beginnt die „Ausstellung im öffentlichen Raum“ mit der Darstellung einer Welle, die ein Schiff die Weser herunterträgt. Erika Geiz hat sie geschaffen

Es folgt ein Objekt, mit der Gisela Leonhardt die Energiequelle Staumauer symbolisieren will. Mit einem weiteren großen Segel, das die Sicherheitsprüfung bestanden hat, weist Steff Sulz-Stolle auf die Klimakatastrophe hin und zitiert den bekannten, einem Indianerhäuptlich zugeschriebenen Satz: „Erst wenn der letzte Baum gerodet, der letzte Fluss vergiftet, letzte Fisch gefangen ist, werdet ihr merken, dass man Geld nicht essen kann.“

Frauke Becher stellt mit ihrem Beitrag die Katastrophe aus dem Jahre 1943 dar, als eine Fliegerbombe ein Loch in die Sperrmauer riss. Schließlich hat Friedemann Tonner mit seinem Werk den kompletten Edersee mit all seinen vielen Möglichkeiten für Wassersportler und Erholungssuchende künstlerisch interpretiert.

Die diesjährige „Lindenstraßen-Hängung“ ist die 13. Open-air-Schau der Vereins Kunstraum Bad Wildungen. Die Aktion begann im Jahr der Landesgartenschau 2006 als ein Beitrag Bad Wildunger Künstler zu dieser Großveranstaltung – eine nachhaltige Idee. -szl-

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