Kalkulation fürs laufende Jahr vorgestellt

Edertaler Wald bringt 170000 Euro ein

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Geld ist nicht alles. Der Wald dient auch der Erholung und gilt als lohnendes Ziel für Naturschutz.Foto: Schuldt

Edertal - Die Holzpreise halten sich. Die Gemeinde Edertal kann für 2015 einen erklecklichen Beitrag zum Haushalt aus ihrem Wald erwarten, berichtete der neue Wellener Revierförster Sebastian Reimann im Parlament.

Gemeinsam mit seinem Chef, dem Vöhler Forstamtsleiter Dr. Gero Hütte von Essen, präsentierte er die Kalkulation fürs angefangene Jahr. Rund 455000 Euro an Erlösen werden aus dem Holzverkauf erwartet. Dem stehen knapp 290000 Euro Ausgaben gegenüber, sodass ein Gewinn von etwa 170000 Euro verbleibt: 140 Euro pro Hektar.

Wie lange die Rendite noch so beachtlich ausfällt, ist jedoch die Frage. Das Stichwort lautet „Beförsterungskosten“. Damit sind im Wesentlichen die Gehälter der Förster gemeint.

„Die angesetzten Kosten liegen unter dem tatsächlichen Aufwand von Hessen-Forst“, erläuterte der scheidende Wellener Revierförster Franz-Josef Göllner. Traditionell subventioniere das Land auf diese Weise seit Jahrzehnten Kommunen, die Wald besitzen.

Doch Hessen muss und will sparen, nicht zuletzt wegen der eingeführten Schuldenbremse. Alles läuft für die mittelfristige Zukunft auf kostendeckende Kalkulationen zu. Die Forstverwaltung musste deshalb in den vergangenen Jahren diverse Reformen durchmachen, was unter anderem zu erheblich vergrößerten Revieren führte. Andere Städte und Gemeinden haben vor diesem Hintergrund bereits getestet, ob sie einen billigeren Anbieter als Hessen-Forst für die Bewirtschaftung ihrer Waldflächen finden, bis hin zu Privatanbietern aus dem Ausland.

Bürgermeister Klaus Gier und Edertaler Parlamentarier machten allerdings deutlich, dass sie sich bei Hessen-Forst gut aufgehoben fühlen. Sie folgen dabei auch einem Argument von Göllner, der 34 Jahre lang für den Gemeindewald verantwortlich zeichnete: „Ich finde es besonders wichtig, dass alle im Wald Tätigen, ob Waldarbeiter oder Förster, möglichst lange in ihrem Bezirk arbeiten. Es dauert mehrere Jahre, bis man an jeder Ecke des Reviers gewesen ist.“

Eine sinkende Rendite könnte sich in eine andere Richtung auf die Haltung der Kommunalpolitik zum Wald auswirken. Aktuell laufen im Landkreis Diskussionen über die Einführung von neuen Zertifizierungen, die einen größeren Schwerpunkt auf Naturschutz und Erholungsfunktion des Waldes legen. Gerade in einer Tourismusgemeinde könnte diesem Aspekt am Ende auch ökonomisch ein höherer Wert zugemessen werden als der Holzvermarktung, die einen Wirtschaftswald dominiert.

Von Matthias Schuldt

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