Nationalpark und Lebenshilfe erhalten Förderpreis für gemeinsames Projekt

Ehrensache Natur

Bad Wildungen - Im Rahmen des Freiwilligenprogramms „Ehrensache Natur - Freiwillige in Parks“ verlieh der Verein Europarc Deutschland dem Nationalpark Kellerwald-Edersee und der Lebenshilfe Wal­deck-Frankenberg einen Förderpreis.

Europarc Deutschland vereint die deutschen Nationalparks, Naturparks und Biosphärenreservate als nationale Naturlandschaften unter einem Dach. Auch der Nationalpark Kellerwald-Edersee gehört zu dieser bundesweiten Familie. Zur Anerkennung für ehrenamtliches Engagement im Programm „Ehrensache Natur - Freiwillige in Parks“ unterstützt Europarc gezielt Projekte.

Elf Preisträger ausgezeichnet

In diesem Jahr gewann der Nationalpark Kellerwald-Edersee einen von insgesamt elf Preisen. Mit dem Preisgeld in Höhe von 920 Euro wird die Schulung zum Obstbaumschnitt gefördert. Dieses Projekt wurde am Wochenende gemeinsam mit den Kooperationspartnern der Lebenshilfe Waldeck-Frankenberg und dem Naturschutzgroßprojekt Region Kellerwald umgesetzt. Aus Sicht der Juroren gehe es hier um den Schutz der biologischen Vielfalt und die Förderung ehrenamtlichen Engagements.

Auf über 90 Prozent der Fläche des einzigen Nationalparks Hessens gilt das Motto „Natur Natur sein lassen“. Die Nationalparkverwaltung greift lediglich auf dem verbleibenden Rest noch ein; beispielsweise auf den Trieschern. Triescher sind Dauerpflegeflächen, die als besondere Kulturlandschaft erhalten und für Besucher erlebbar bleiben sollen. Der gemeinsam von Rangern und der Lebenshilfe vorgenommene Obstbaumschnitt auf den historischen Hute- und Streuobstflächen am Fahrentriesch fördert die verbliebenen Apfelbäume, wodurch sowohl die Strukturvielfalt als auch alte Obstsorten erhalten werden.

Die Schulung zum Obstbaumschnitt übernahm Hans-Herwig Holzhauer von einem Gartenbaubetrieb in Bad Wildungen direkt an den zu pflegenden Bäumen. Während eine Kleingruppe in die Geheimnisse des Obstbaumschnitts eingewiesen wurde, absolvierte das andere Team weitere Pflegearbeiten auf dem Fahrentriesch. So wurden Drahtreste eines ehemaligen Zauns gesammelt oder kleine Buchensprösslinge ausgezupft, um die Freifläche langfristig zu erhalten. Die Ranger Alexander Backhaus und Volker Nagel sowie Nationalpark-Försterin und Projektbetreuerin Mareike Schulze standen hilfreich zur Seite.

„Mehr tun als die Pflicht“

Die Lebenshilfe engagiert sich bereits seit fünf Jahren mit jährlich vier bis fünf Arbeitseinsätzen tatkräftig im Nationalpark Kellerwald-Edersee. Es ist eine feste Gruppe, die größtenteils aus denselben teilnehmenden Freiwilligen besteht. Das Wissen um den Obstbaumschnitt kann somit jährlich angewandt werden. In den kommenden Jahren sollen alle Apfelbäume auf dem Fahrentriesch einen Pflegeschnitt erfahren.

Darüber hinaus erhalten die Freiwilligen durch die Zusammenarbeit mit den Rangern Einblick in die vielfältigen Aufgaben, in die verschiedenen Ökosysteme und die kulturhistorische Nutzungsgeschichte der Region sowie in Flora und Fauna des Nationalparks. Außerdem verbessern sie ihre motorischen Fähigkeiten durch die Arbeit im Gelände und mit Werkzeugen und knüpfen Kontakte durch die Gruppenarbeit.

Renate Seifert von der Lebenshilfe Waldeck-Frankenberg greift ein Zitat von Ewald Balser auf: „Alles Schöne in der Welt lebt von Menschen, die mehr tun als ihre Pflicht.“(r)

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