Bürgermeister: Weiterer Ausbau des Tierheims ist nicht Sache der Stadt

„Eine große Spendenaktion ist nötig“

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Der Magistrat sieht und zieht klare Grenzen bei der Unterstützung des Tierheims.

Bad Wildungen - Die Zukunft des Tierheims steht heute Abend im Wildunger Finanzausschuss zur Debatte. Der Magistrat unterbreitet den Politikern zwei Vorschläge, wie die Stadt sich an einer breiteren Finanzbasis für die Einrichtung beteiligen könnte.

Bürgermeister Volker Zimmermann erläuterte die Grundzüge auf WLZ-FZ-Nachfrage: Die Stadt behebt die Mängel an dem Neubau auf dem Warteköppel, in den sie bislang 300?000 Euro investiert hat. „Das ist selbstverständlich“, unterstreicht der Bürgermeister.

Bislang zahlt die Stadt dem Tierheim einen jährlichen Zuschuss von 13?500 Euro, „wobei wir in diesem Jahr schon 8000 Euro zusätzlich als Hilfe gezahlt haben“, ergänzt Zimmermann. Künftig soll der Jahresbeitrag laut Magistratsvorschlag auf 17 500 Euro steigen. „Das entspricht einem Euro pro Einwohner, während die meisten Kommunen 60 Cent zahlen“, erläutert der Rathauschef.

Klarer sieht die Verwaltung inzwischen bezüglich des noch stehenden alten Tierheimtraktes, der unter anderem die Personalräume aufnehmen soll. Er ist zurzeit praktisch nicht benutzbar und dringend sanierungsbedürftig. „Wir haben den alten Pachtvertrag zwischen Stadt und Tierschutzverein aus den 1960er-Jahren gefunden. Demnach gehören die Gebäude gar nicht der Stadt, wie bisher angenommen, sondern dem Verein.“ Das Gelände sei zinslos an den Verein verpachtet worden.

Die Sanierung der Altbauten sei demzufolge Sache des Vereins. „Es war ja die Rede davon, dass die Arbeit durch Hand- und Spanndienste sowie Spenden bewältigt werden sollte“, erinnert Zimmermann. Aus seiner Sicht sei es nötig, eine große Spendenaktion ins Leben zu rufen, um diese Aufgabe zu erfüllen.

Außerdem möchte die Stadt den Neubautrakt nach dem Beheben der Mängel für den symbolischen Preis von einem Euro an den Tierschutzverein abtreten. Auch dieses Element zählt zum Vorschlag des Magistrats an den Finanzausschuss. Darüber hinaus diskutiert die Verwaltung seit Längerem mit dem Tierschutzverein darüber, wie weit die gesetzliche Verpflichtung der Stadt reicht, sich um Fundtiere zu kümmern.

Hintergrund ist, dass die Juristen einen feinen Unterschied machen zwischen „Fundtieren“ und „herrenlosen Tieren“. „Fundtiere“ sind nach Angaben der Verwaltung entlaufene oder verlorengegangene Tiere, deren Besitzer unbekannt sind. Als herrenlos gelten dagegen ausgesetzte oder freilebende Haustiere sowie Wildtiere in freier Wildbahn. „Bei Fundtieren handelt es sich demnach fast ausschließlich um Hunde“, betont der Bürgermeister. Die laufenden Kosten pro Jahr für diese Gruppe seien überschaubar.

Die zahlreichen Katzen dagegen, für die etwa zusätzliche Kosten anfallen, wenn sie sterilisiert werden müssen, gelten als „herrenlos“, ebenso wie der entflogene Wellensittich, die Schildkröte oder das abgegebene Kaninchen. „Diese Fälle sind eine Angelegenheit des Tierschutzes, und dafür ist gesetzlich nicht die Stadt zuständig, sondern der Landkreis“, erklärt Zimmermann, ohne sagen zu könne, ober der Kreis für diesen Zweck Mittel bereithält.

Gleichwohl habe Bad Wildungen als Kommune Interesse zum Beispiel an der Sterilisation von Katzen, „und deshalb leisten wir einen höheren finanziellen Beitrag als üblich“. Der Landkreis prüft auf WLZ-FZ-Nachfrage seine Zuständigkeit und Spielräume.

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