Waldecker Kommunen: Geld aus Domanialvermögen nicht an Brehm-Stiftung

Einheit scheint noch nicht vollzogen

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Waldeck. - Der Landkreis Waldeck-Frankenberg hat die Einheit innerlich offenbar noch nicht vollzogen. Gemeint ist – wohlgemerkt – seine eigene kleine Einheit, nicht etwa die deutsche Wiedervereinigung von 1990. Das scheint der Streit um die Arolser Brehm-Bibliothek und deren Finanzierung zu belegen, in den sich nach Bad Wildungen am Montag die Stadt Waldeck gestern aktiv einschaltete.

Es geht um die historische Bibliothek Brehm im Arolser Schloss, die von einer kreiseigenen Stiftung getragen wird. Der Schweizer Adolf Brehm brachte die kostbare Fracht 1990 in die Residenzstadt auf der Suche nach jemandem, der sie erhalten und dann Wissenschaft und Öffentlichkeit zugänglich machen kann. Der Landkreis griff zu, indem er die Stiftung gründete. Diese hat zwar inzwischen viele Bücher, aber viel zu wenig Geld, um ihre weiteren Ziele zu verfolgen. Beim Landkreis ist erst recht Schmalhans Küchenmeister. Gut, dass es da noch die Waldeckische Domanialverwaltung als Eigenbetrieb des Landkreises gibt.

Die verdient Geld, vor allem mit ihren 19?000 Hektar Wald. Immobilien wie Schloss Waldeck und das Arolser Residenzschloss, Jagd-, Fischerei- und Erbbaurechte zählen zum weiteren Vermögen des Domaniums.

Aus diesem Vermögen haben Landkreis und Domanialverwaltung kürzlich 2 Millionen Euro „auf ewig“ der darbenden Brehm-Stiftung zur Verfügung gestellt. Dabei wurde die Rechnung ohne die Wirte gemacht – und das sind die Kommunen des Altkreises Waldeck. Eine nach der anderen gehen sie auf die Barrikaden, denn der Landkreis darf aus ihrer Sicht über die Mittel der Domanialverwaltung nicht so frei verfügen. Denn beim Domanialvermögen handelt es sich um den Besitz des ehemaligen Fürstentums Waldeck.

1918, nach dem Untergang des Kaiserreichs, fiel es an den Staat. In mehreren Schritten wurde später festgelegt, dass der Gewinn aus dem Domanialvermögen allein den Kommunen des Altkreises Waldeck zugutekommen darf. Dagegen verstößt die Finanzspritze für eine landkreiseigene Stiftung, meinen die Waldecker Kommunen.

Diesem Verständnis zufolge werden praktisch ihnen allein die Kosten aufgeladen für eine freiwillige Aufgabe des Landkreises, ohne dass die Kommunen des Frankenberger Landes behelligt werden. Der Magistrat der Stadt Wal­deck hat den Stadtverordneten gestern empfohlen, die Zahlung der 2 Millionen Euro abzulehnen. Zugleich soll ein Rechtsgutachten in Auftrag gegeben werden. Die Wildunger Stadtverordneten haben am Montag bereits die 2-Millionen-Euro-Finanzspritze für die Brehm-Stiftung abgelehnt. (su)

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