Edertal/Burundi

Ein Einkauf bei Herrn Claver

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- Edertal/Bujumbura (tl). Seit neun Monaten wohnt der Edertaler Thomas Ludwig in Burundi, und er erzählt in der WLZ-FZ von seinem Leben in Afrika. Heute geht es um den Kaufmann Herrn Claver und das Weihnachtsgeschäft.

 „Schreiben Sie aber was Nettes über Burundi und nicht, dass die Leute hier arm sind“, bekomme ich von Herrn Claver gleich zu Beginn unseres Gesprächs hören. Bananen, Tomaten, Ölsardinen, Klopapier, Pili Pili, Cola und Handykarten sind nur einige der vielen Waren, die man in seinem kleinen Laden findet. Eigentlich ist das alles, was man so zum Leben braucht. Wenn das Brot aus seinem Regal nicht so knautschig wäre, dann müsste 
man noch nicht mal zum Bäcker fahren. Die zwei, drei Supermärkte 
in der Hauptstadt Bujumbura sind etwa so klein wie bei uns ein Dorfladen groß ist.

„Wissen Sie, die Burunder sind nämlich nett und herzlich. Man liest aber immer nur über den vergangenen Bürgerkrieg und die Armut.“ Eigentlich wollte ich von Herrn Claver nur wissen, wie er sich auf das Weihnachtsgeschäft einstellt und ob es etwas gibt, was zu Weihnachten der Verkaufsrenner in Burundi ist. Man bekommt hier französischen Camembert, 
Haarspülungen und Katzenfutter in Dosen, „alles zu einem Preis, den man von per Flugzeug importierten Waren auch erwarten darf“, bemerkt Herr Claver etwas schnippisch. Wieder geht er nicht auf meine Fragen zum Weihnachtsge
schäft ein und gerät in Plauderlaune.

Das Gegenteil 
zu den Supermärkten sind die über Stadt und Land verteilten basarähnlichen Märkte, die einem das Gefühl geben, dass man wirklich mitten in Afrika 
ist. Da kann man eintauchen in ein Gewirr von Menschen, Stimmen, Farben und Gerüchen. Günstiger als bei ihmn sei es hier auch, gibt der Kaufmann zu, „aber man kann nicht mal eben auf die Schnelle was holen, wie bei mir“, meint er. Sein Laden ist sieben Tage die Woche von 6 bis 21 Uhr geöffnet. Und das Beste an so einem Kaufmannsladen ist: Man kennt sich, kann ein bisschen plaudern und bekommt mit, was gerade ist in der Nachbarschaft. 
Das sei der größte Vorteil.

Mehr lesen Sie in der WLZ vom Dienstag, 14. Dezember

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