Heloponte im Parlament: Bürgermeister verteidigt verkürzte Öffnungszeiten

Aus für Eisbahn und Rutsche

+
Eisbahn und Riesenrutsche nunmehr endgültig für unbestimmte Zeit außer Betrieb. Ferner verkürzte Öffnungszeiten und bald wahrscheinlich höhere Eintrittspreise. Die schlechten Nachrichten über das Wildunger Heloponte reißen nicht ab.

Bad Wildungen - Jetzt ist es endgültig: Sowohl die defekte Eisbahn wie auch die kaputte Riesenrutsche bleiben im Heloponte auf unbestimmte Dauer außer Betrieb.

„Ohne Zukunftskonzept, Sanierung oder Neubau, keine neuen Investitionen“, stellte Hubert Schwarz von der CDU in der Stadtverordnetenversammlung am Montagabend in der Wandelhalle fest. Auch Bernd Süring (SPD) vertritt diese Auffassung: „Wir wissen noch nicht, wie es weitergeht.“ Der SPD-Abgeordnete schlägt vor, die sicherlich enttäuschten jungen Heloponte-Besucher ein klein wenig zu trösten mit den vorhandenen Wasser-Spielgeräten.

Der Magistrat wollte die blaue Rutschenschlange mit einer neuen Filteranlage ausstatten, das hätte knapp 80000 Euro gekostet. Die Rutsche war Ende 2012 trotz der Schäden wieder freigegeben worden. Jedoch erhöhte sich Anfang Januar 2013 der tägliche Wasserverlust bedrohlich von 15 auf 30 Kubikmeter. Es bestand Gefahr, dass der Tank vollständig birst und den Technikkeller flutet.

In dieser brenzligen Situation ordnete der Bürgermeisterdie sofortige erneute Außerbetriebnahme an. Bei der Eisbahn schloss sich das Parlament dem Votum der Stadtregierung an: wegen extrem hoher Kosten einer neuen Ammoniakanlage keine Reparatur. Auch die von den Grünen alternativ ins Spiel gebrachte Eisbahn mit Kunststoffplatten fand keine Anhängerschaft. Ergebnis einer Prüfung: „Hohe Mietkosten und eine zu erwartende geringe Resonanz.“ Kunststoff sei mit echtem Eis nicht vergleichbar, heißt es, die zuletzt gezählten rund 10500 Schlittschuhläufer würden wahrscheinlich wenig begeistert auf ein solches Domizil aus Kunststoff reagieren.

Heftige Schelte

Ausschließlich die drei Abgeordnete zählende FWG machte sich in einem Änderungsantrag stark für die Reparatur. Die Eislauffans seien regelrecht überrumpelt worden, beschwerte sich Klaus Micino. Die Helo-Eisbahn sei eine der wenigen Freizeitattraktionen im Winter in der Badestadt, statt Schließung hätte man sich über ein verbessertes Besucherkonzept Gedanken machen sollen. Alles vergebens, bei der Abstimmung blieben die drei „Freien“ allein.

Noch ganz „frisch“ war die kürzlich aus heiterem Himmel erfolgte Verkürzung der Öffnungszeiten (montags ganz geschlossen, dienstags und donnerstags erst ab 14 Uhr offen). Heftige Schelte kam von Jürgen Graul, FDP, der einen „Flop“ vorhersagt. Das Einsparpotenzial sei nicht messbar, dagegen seien viele Schwimmer und Saunisten stark verärgert. Statt „mehr Schließung“ wären „mehr Aktivitäten und Events“ angebracht gewesen.

Grauls Forderung, die am Montag dieser Woche in Kraft getretenen Öffnungszeiten zurückzunehmen, lehnte Bürgermeister Volker Zimmermann ab unter Verweis auf das Altenburg-Gutachten zum Heloponte: „Entweder meinen wir es ernst oder wir machen Spaß. Ich jedenfalls meine es ernst.“ Im Gutachten seien als Sofortmaßnahmen zur Kostendämpfung kürzere Öffnungszeiten und höhere Eintrittspreise empfohlen worden, betonte Zimmermann, der offen ließ, wann der zweite Schritt, die Erhöhung des Eintritts, kommen wird. Die abgespeckten Öffnungszeiten seien zudem im Finanzausschuss ausgiebig diskutiert worden, stellte Bürgermeister Zimmermann fest.

Insbesondere die vielen Stammgäste des einst hochgelobten Wildunger Badetempels von nah und fern sind enttäuscht und zugleich besorgt: Rutsche und Eisbahn weg, unpopuläre Öffnungszeiten und bald wahrscheinlich höhere Eintrittspreise. Ist der Niedergang des Heloponte noch aufzuhalten?

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare