Therapiebegleithundeteam besucht Senioren

Tiergestützte Therapie mit Hund im Altenhilfezentrum Haus Victorquelle in Bad Wildungen

Dr. Franziska Schlepper und ihr Hund Emma sind als Therapiebegleithundeteam ausgebildet. Sie besuchen regelmäßig das evangelische Altenhilfezentrum Haus Victorquelle in Bad Wildungen.
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Dr. Franziska Schlepper und ihr Hund Emma sind als Therapiebegleithundeteam ausgebildet. Sie besuchen regelmäßig das evangelische Altenhilfezentrum Haus Victorquelle in Bad Wildungen.

Emma ist Stammgast im Haus Victorquelle. Seit vier Jahren besucht die Hündin einmal pro Woche die Bewohnerinnen und Bewohner des evangelischen Altenhilfezentrums in Bad Wildungen. Dabei geht es um mehr als einfache Streicheleinheiten.

Bad Wildungen – Die Hundeführerin Dr. Franziska Schlepper bietet mit ihrer zertifizierten Therapiebegleithündin Emma eine fundierte, tiergestützte Intervention an. Das Duo hat sich beim TBD (Therapiebegleithunde Deutschland e.V.) ausbilden lassen.

Ein in der Medizin oder Psychologie tätiges Therapiebegleithundeteam besteht aus einem Menschen mit medizinischer oder psychologischer Berufsausbildung und Berufserfahrung und seinem Hund. Diese müssen zusammen eine beim Berufsverband anerkannte Ausbildung absolviert haben.

Hund findet Zugang zu den Menschen

Emma wird vor allem dort, wo der Mensch mit seinem Handeln nicht weiter kommt, eingesetzt. Als therapeutisches Medium findet Emma durch ihr wertfreies und offenes Wesen Zugang zu Menschen, die ansonsten wenig Kontakt mit ihrer Umgebung aufnehmen. Sie ersetzt nicht ihre menschliche Partnerin, aber sie wird gezielt eingesetzt, um sensomotorische, sozioemotionale oder kognitive Probleme zu fördern und zu üben.

Sie hat einige „Tricks“ erlernt, um die Bewegungsfreude zu steigern oder den Wachheitsgrad und die Kommunikationsbereitschaft positiv zu beeinflussen. Sie würfelt oder apportiert Holzblöcke, lässt sich am Rollator führen oder legt sich „schlafen“. Sie spielt ruhig Ball oder findet versteckte Leckerli. Als „gute und geduldige Zuhörerin“ ist sie bei depressiven oder dementen Bewohnern einsetzbar. Sie lässt körperliche Nähe zu und kann die durch lange Liegezeiten verloren gegangene Körperwahrnehmung steigern und den Muskeltonus senken. Kommt sie in den Wohnbereich, nimmt sofort das Wohlbefinden zu, die Atmosphäre entspannt sich und selbst ängstliche Bewohner nehmen Kontakt zu ihr auf und wollen sie streicheln.

Projekt mit Schülern geplant

Künftig will das Haus Victorquelle in Kooperation mit den Schulen ein Projekt des KiDeTi (Kinder – Demenz – Tiere) durchführen. Mit Unterstützung von Emma sollen Jugendliche und an Demenz erkrankte Senioren im aktiven Miteinander ermutigt werden, voneinander zu lernen. Den Schülern sollen ein Grundwissen über das Krankheitsbild Demenz und ein artgerechter Umgang mit dem Hund vermittelt werden. Bei den Senioren sollen das Selbstwertgefühl und das Selbstbewusstsein gestärkt werden.  

(red)

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