Firma Wachenfeld will Abbaustätte in Richtung Werbe ausdehnen

Erweiterung soll Grauwacke-Abbau für sechs Jahre sichern

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Der Steinbruch in Nieder-Werbe soll erweitert werden. Hinsichtlich der Immissionen sieht das Stadtparlament kein Problem.Foto: Höhne

Waldeck-Niederwerbe - Nach kurzer Diskussion stimmte das Stadtparlament bei seiner jüngsten Sitzung in Waldeck einstimmig dem Antragsverfahren nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz zur Erweiterung des Steinbruchs in Nieder-Werbe zu. Die Abbaufläche von aktuell 5,6 Hektar soll auf 6,2 Hektar erweitert werden und den weiteren Betrieb für rund sechs Jahre sichern.

Die Firma Wachenfeld betreibt den Grauwacketagebau Schieferstein, wo hochwertiges Hartsteinmaterial für den Straßenbau gewonnen wird. Die letzte Abbauerweiterung um 0,3 Hektar wurde 2008 vom Regierungspräsidium Kassel genehmigt.

Auf dem Gelände können noch rund 20000 Tonnen Grauwacke abgebaut werden, damit ist die Kapazität in einem halben Jahr erschöpft. Das Unternehmen plant eine Erweiterung im südlichen Bereich der Lagerstätte auf dem Schieferstein, in dem noch hochwertige Grauwacke ansteht. In Waldeck-Frankenberg sollen nur noch sehr wenige abbauwürdige Gesteinsvorkommen in vergleichbarer Art und Menge existieren.

Bei voranschreitendem Abbau will die Firma Wachenfeld die bestehende Aufbereitungs- und Weiterverarbeitungsanlage abbauen und durch eine mobile Aufbereitungsanlage ersetzen. 550 Quadratmeter Mischwald müssen für die Erweiterung gerodet werden.

Immissionsprobleme bei einer Erweiterung sind laut Bürgermeister Jörg Feldmann nicht zu erwarten. Der Schwerlastverkehr sei akzeptabel. An einer Messstelle wurden an vier Tagen 104 Lkw im Bereich Sommerrodelbahn gezählt. Im Gegenzug hätten heimische Bauunternehmen und Bauherren kurze Wege, wenn der Bruch erhalten bleibt. „Die eigentliche Frage, ob der Bruch an dieser Stelle richtig oder sinnvoll ist, können wir nicht klären.“

Martin Dezimbalka berichtete von einigem Unmut bei den Beratungen im Bauausschuss. „Was wir überhaupt nicht begreifen können, das ist die Salamitaktik. Ich hoffe, dass nicht noch was hinterhergeschoben wird.“ Julia Schaller (SPD) verwies auf die Sorge vieler Niederwerber, dass das Unternehmen „mit Hinhaltetaktik handelt, um doch noch die Genehmigung für den Hochstein zu erhalten“. Bedenken äußerte sie zu dem geringeren Abstand zum Radweg (15 Meter) und der Staubbelastung bei Sprengungen. Kritisch wertete die Niederwerberin auch den Wasserschutz: „Die Sohle soll 20 Meter tiefer sein als die Werbe.“ Auf Antrag von Eberhard Diebel (FWG) wurde vermerkt, dass die direkte Einleitung des Schmutzwassers in die Werbe verboten wird. Ausgerechnet in der Nähe des Steinbruchs habe sich der Tourismus stark entwickelt, gab Dieter Kiepe (SPD) zu bedenken. In einer flammenden Rede warb Dezimbalka (CDU) für den Erhalt der Abbaustätte, wo Aushub entsorgt oder Baumaterial geholt werden kann. „Wenn das nicht mehr ist, kriegen wir ein Problem.“ (höh)

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