Verein „Hessens schönster Garten“ löst sich auf · Mitglieder beschließen über Verwendung des Vermögens

25 000 Euro und Anweisungen für Stadt

Mit solchen Steinen, die schon vorhanden und bezahlt sind, wird im Bornebachtal eine Blumeninsel entstehen. In der Mitte Gisela Gandt, die langjährige Vorsitzende des Fördervereins „Hessens schönster Garten“ sowie Geschäftsführer Hans-Jürgen Kramer (links) und Schatzmeister Dieter Landgrebe, die Liquidatoren des Vereins. Foto: Senzel

Bad Wildungen. - Der Förderverein „Hessens schönster Garten“ in Bad Wildungen löst sich auf. Das beschloss die außerordentliche Mitgliederversammlung, nachdem kürzlich der Vorstand komplett zurückgetreten war.

Es hat sich niemand bereitgefunden, den Verein weiter zu leiten. Vereinsvorsitzende und Versammlungsleiterin Gisela Gandt: „Somit ist unser Verein leider Geschichte.“ Der langjährige Geschäftsführer Hans-Jürgen Kramer und der frühere Schatzmeister Dieter Landgrebe wurden zu Liquidatoren gewählt, um alle notwendigen Schritte bis zum Austrag aus dem Vereinsregister beim Amtsgericht in die Wege zu leiten.

Gemäß Vereinssatzung fällt das verbleibende Vermögen von rund 25 000 Euro an die Stadt Bad Wildungen unter der Bedingung, es ausschließlich für gemeinnützige Zwecke zu verwenden, die von der Mitgliederversammlung festlegt sind. Einstimmig beschlossen die Mitglieder in ihrer letzten Versammlung diese Zwecke: die Fertigstellung eines bereits vorbereiteten Projektes mit dem Arbeitstitel „Blumeninsel“ im Bornebachtal zwischen Goldenen Gärten und den Sinnesgärten. Die hierfür im vergangenen Jahr angeschafften Mauerelemente sind Bestandteil des Vereinsvermögens. Das Projekt soll bis Ende des zweiten Quartals vor Ort realisiert werden.

Außerdem sollen vier neue Landesgartenschaubänke gekauft und entlang des Hauptweges im Kurpark aufgestellt werden, dort, wo im Frühjahr vergangenen Jahres barrierefreie Buchten angelegt wurden. Vom verbliebenen Rest des Vereinsvermögens sollen Ankauf, Pflanzung und Pflege von Blumen und Gehölzen für die Beete in den Goldenen Gärten, den Sinnesgärten und den Beeten am Aqua Choros im ehemaligen Landesgartenschaugelände finanziert werden.

Die zurückgetretene Vorsitzende des Vereins, Gisela Gandt, warf zum Abschied einen Blick zurück: Der Förderverein wurde im Jahr nach der Landesgartenschau auf Wunsch des Magistrats vom damaligen Geschäftsführer der Landesgartenschaugesellschaft, Hans-Jürgen Kramer, gegründet. So sollte eine durch ehrenamtliche Unterstützung optimierte Nachnutzung des Geländes und aller Parkanlagen in die Wege geleitet werden. Der Verein hatte etwa 150 Mitglieder und plante im ersten Jahr seines Bestehens Pflanzaktionen und Veranstaltungen unter dem Motto „Hessens schönster Garten blüht auf“. Es folgten Maifeste „Schwungvoll in den Mai“ unter Beteiligung der Stadtteile und die „Kuchenmeilen“ am Glashaus. Jährliche Aktionstage brachten die Grundreinigung des Aqua Choros, der Sitzbänke und einiger Gärten. Diese ehrenamtlichen Aktionen bereicherten die Parkanlagen vom Königsquellenpark bis zur Prozessquelle in Reinhardshausen. Die Finanzierung all dieser Aktionen, Veranstaltungen und Projekte stellte der Verein über Mitgliedsbeiträge und Spenden von Sponsoren sicher. Gisela Gandt bedauert: „Nachdem der Verein aufgelöst wurde, werden solche zusätzlichen ehrenamtlichen Aktivitäten in den Parkanlagen von Bad Wildungen bis auf Weiteres nicht mehr stattfinden.“

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